Zwei Frauen im türkischen Izmir. Dort sind die Straßen schon jetzt leer. Künftig werden sie noch leerer sein.
Zwei Frauen im türkischen Izmir. Dort sind die Straßen schon jetzt leer. Künftig werden sie noch leerer sein.Bild: imago images / Depo Photos

Türkei verhängt Ausgangssperre für junge Menschen

04.04.2020, 09:30

Die Türkei hat wegen der Coronavirus-Pandemie eine Ausgangssperre für junge Menschen verhängt. Ab Mitternacht dürften alle unter 20-Jährigen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in einer Fernsehansprache. Für über 65-Jährige und chronisch Kranke war bereits zuvor eine Ausgangssperre angeordnet worden.

Zudem wurde für 31 Städte, darunter Istanbul und Ankara, für die kommenden zwei Wochen untersagt, mit Fahrzeugen hinein- oder hinauszufahren. Ausnahmen sind nur in dringenden Fällen möglich. Ab Samstag ist darüber hinaus das Tragen eines Mundschutzes in Geschäften und auf Märkten verpflichtend.

In der Türkei wurden nach offiziellen Angaben bislang mehr als 20.000 Infektionsfälle registriert, 425 Menschen starben.

Mehr als die Hälfte aller Infizierten wurden nach offiziellen Angaben in der Millionenmetropole Istanbul gemeldet – rund 12 200 Fälle. Der Bürgermeister der Stadt, der Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu, machte in einem Tweet am Abend darauf aufmerksam, dass die Zahl innerhalb von 48 Stunden um fast 40 Prozent gestiegen sei. Er fordert seit Tagen strengere Ausgangsbeschränkungen für die Stadt. Die Türkei hatte am 11. März ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet.

(hau/dpa/afp)

"Misshandelt": Schwere Vorwürfe gegen Marokkos Sicherheitskräfte nach Ansturm auf Melilla

Nach dem Tod von mindestens 23 Menschen beim Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Melilla in Marokko gibt es schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Die marokkanischen Behörden hätten "ungerechtfertigte Gewalt" eingesetzt und Migranten "misshandelt", sagte der Leiter der Marokkanischen Vereinigung für Menschenrechte (AMDH) in der Stadt Nador, Amin Abidar, der Deutschen Presse-Agentur. Menschen seien stundenlang ohne medizinische Hilfe eingeschlossen auf der Erde liegengelassen worden. Einige seien dabei gestorben.

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