Journalisten bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Am Freitag saßen die Reporter wesentlich enger zusammen, als auf diesem Bild zu sehen ist.
Journalisten bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Am Freitag saßen die Reporter wesentlich enger zusammen, als auf diesem Bild zu sehen ist.Bild: Planet Pix via ZUMA Wire / D. Myles Cullen/White House

Weißes Haus verstößt gegen Corona-Regeln – der Grund ist absurd

06.06.2020, 15:15

Seit Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist, sind die Presse-Briefings vom Weißen Haus schon fast legendär. Entweder beschimpft Trump Journalisten als Lügner, streitet sich mit ihnen oder beantwortet ihre Fragen nicht.

Und auch die Pressekonferenz am Freitag passt in dieses Schema. Seit der Corona-Pandemie wurden die Stühle auf dem Rasen vor dem Weißen Haus wie von der CDC, der US-Seuchenschutzbehörde, gefordert in sechs Fuß (etwa 1,8 Meter) Abstand zueinander aufgestellt – bis jetzt.

Am Freitag konnte man auf Bildern sehen, dass die Stühle entgegen der Abstandsregelung enger zusammengerückt wurden. Die Journalisten saßen wesentlich enger beisammen und hätten sich unter Umständen sogar berühren können.

Journalist erhebt Vorwürfe

Jonathan Karl, Korrespondent von ABC News, wertete die Aktion als einen "offensichtlichen Verstoß gegen die CDC-Richtlinien zum Social Distancing". Er sieht sich und seine Kollegen einem Risiko ausgesetzt. "In einer Pressekonferenz, in welcher der Präsident sich weigert, auch nur eine Frage zu beantworten."

Auf Nachfrage von CNN gab der stellvertretende Pressesprecher Judd Deere zu, dass das Stühlerücken auf ihn zurückgehe. Die Begründung des Pressesprechers klingt absurd:

"Es sieht besser aus."

Er fügte hinzu, dass alle Anwesenden mit einem Fieberthermometer getestet, sowie zu Covid-19-Symptomen befragt wurden. Jedoch seien auch andere Journalisten unter den Anwesenden gewesen, die normalerweise nicht zu dem Pool gehören, heißt es in dem Bericht weiter.

Kritik an Aktion

Auf Twitter regte sich unter dem Post von Jonathan Karl aber auch Kritik. So schreibt ein User, dass die Stühle auch einfach wieder hätten verrückt werden können. Ein anderer merkte an, dass der Abstand-halten-Zug abgefahren sei – und verwies dabei auf die zahlreichen Antirassismus-Demos im Land.

"Habt Angst und rechnet mit dem Schlimmsten": Hackerangriff auf Ukraines Regierung – USA bereiten sich "auf alle Eventualitäten" vor

Mehrere Webseiten der ukrainischen Regierung sind in der Nacht zum Freitag Ziel einer massiven Cyberattacke geworden. Das Bildungs- und Forschungsministerium in Kiew teilte auf seiner Facebook-Seite mit, die Webseite des Ministeriums sei nach der "umfassenden" Attacke vorübergehend abgeschaltet. Auch die Webseite des Außenministeriums konnte nicht aufgerufen werden. Am frühen Morgen waren dort vorübergehend die Worte "Habt Angst und rechnet mit dem Schlimmsten" in ukrainischer, russischer und polnischer Sprache zu lesen.

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