Bild: imago images / ZUMA Press

Angeklagter US-Milliardär Epstein tot in Gefängniszelle gefunden

10.08.2019, 15:2210.08.2019, 19:07

Der US-Unternehmer Jeffrey Epstein ist am Samstagmorgen tot in seiner Gefängniszelle in New York gefunden worden. Das US-Justizministerium bestätigte am Samstag Medienberichte dazu.

  • Todesursache sei offenbar Suizid. Die US-Bundespolizei FBI nahm Ermittlungen auf.
  • Epstein, der mit zahlreichen berühmten Politikern und Stars befreundet war, soll zwischen 2002 und 2005 Dutzende teils minderjähriger Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben.
  • Bereits im Juli hatten US-Medien berichtet, Epstein sei verletzt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Wächter hatten ihn demnach mit Blutergüssen am Hals auf dem Boden gefunden.
  • Offen ist, ob Epstein am Samstag wegen Suizidgefährdung unter besonderer Beobachtung stand.

Der Fall Epstein

Epstein wurden von der Staatsanwaltschaft Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vorgeworfen. Zwischen 2002 und 2005 soll er Dutzende teils minderjähriger Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Im Falle einer Verurteilung drohten ihm bis zu 45 Jahre Haft. Der Prozess gegen ihn wäre frühestens im Juni 2020 losgegangen.

Der Milliardär galt als unter Politikern und Prominenten als extrem gut vernetzt. Er zählte früher unter anderem Ex-Präsident Bill Clinton, Prinz Andrew und den heutigen US-Präsidenten Donald Trump zu seinen Freunden. Trump hatte Epstein 2002 im "New York Magazine" als "großartigen Typen" bezeichnet.

In den Missbrauchsfall sind auch weitere Personen verwickelt. Laut Berichten britische Medien vom Samstag finden sich in den Gerichtsakten nicht nur Anschuldigungen gegen Epstein und dessen damalige Partnerin Ghislaine Maxwell, sondern auch gegen Prinz Andrew. Der 59-jährige Herzog von York soll im Jahr 2015 die damals minderjährigen Virginia Giuffre unsittlich berührt haben.

(ll/mit afp)

Menschen sterben an der Grenze, die Demokratie schwankt, Frauenrechte werden beschränkt: Wie ist Polen da hingekommen?
Polen kommt einfach nicht zur Ruhe: Weiterhin versuchen Tausende geflüchtete Menschen, aus Belarus ins Land zu kommen. Aber Polen hat noch mehr Probleme: Nationalismus, eine Verfassungskrise, verbreitete Frauen- und LGBTQI-Feindlichkeit – und das war noch nicht alles. Wie ist es so weit gekommen? Ein Blick in vergangene Zeiten.

Polen streitet.

Zur Story