Neben 1300 Todesopfern wurde vielen Menschen auch die Lebensgrundlage genommen. Rund 13.700 Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
Neben 1300 Todesopfern wurde vielen Menschen auch die Lebensgrundlage genommen. Rund 13.700 Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
Bild: AP / Joseph Odelyn

Knapp 1300 Tote nach Erbeben in Haiti – jetzt naht Tropensturm "Grace"

16.08.2021, 12:5123.08.2021, 17:06

Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben auf Haiti steigt weiter stark an – nun drohen heftige Regenfälle und Sturm auch noch die verzweifelte Suche nach Überlebenden zu erschweren. 1297 Tote meldete der Zivilschutz des Landes auf Twitter am Sonntagabend (Ortszeit). Befürchtet wird eine noch höhere Zahl, weil Tausende Gebäude zerstört wurden. Menschen wurden unter eingestürzten Wohnhäusern, Hotels, Schulen, Kirchen begraben. Bergungsarbeiten und Hilfsmaßnahmen sind angelaufen. Nun könnte bereits am Montag ein tropisches Tief das Katastrophengebiet treffen.

Zuvor hatte der Leiter des Zivilschutzes, Jerry Chandler, von mindestens 724 Toten berichtet. Mehr als 5700 Menschen wurden verletzt, wie die Zeitung "Le Nouvelliste" unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Rund 13.700 Häuser wurden demnach zerstört und ebenso viele beschädigt.

Tropensturm "Grace" naht – Haiti weiter in Alarmbereitschaft

Haiti befindet sich weiter in Alarmbereitschaft, die nächste Gefahr steht möglicherweise bereits bevor: Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami stufte Tropensturm "Grace", der sich Haiti näherte, zwar herab. Es sagte aber heftigen Regen für die Dominikanische Republik und Haiti am Montag vorher, was die Rettungsarbeiten weiter beeinträchtigen könnte.

Das Beben, dessen Stärke die US-Behörde USGS mit 7,2 angab, hatte sich am Samstagmorgen rund zwölf Kilometer von der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet. Bei vielen teils starken Nachbeben verbrachten zahlreiche Menschen nach Berichten in sozialen Medien die Nacht auf Sonntag im Freien. Krankenhäuser waren überlastet. Im Innenhof eines Hospitals in Jérémie, einer der am meisten betroffenen Städte, warteten Verletzte in Zelten auf ihre Behandlung, wie in einem Video in sozialen Netzwerken zu sehen war. Straßen waren nach Erdrutschen versperrt.

Erinnerung an das katastrophale Erdbeben von 2010

Teile des armen Karibikstaats waren bereits im Jahr 2010 von einem schweren Erdbeben verwüstet worden. Im Zentrum des Bebens lag damals Haitis dicht besiedelte Hauptstadt Port-au-Prince. 222.000 Menschen starben, mehr als 300.000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause. Auch politisch ist die Lage äußerst angespannt – erst Anfang Juli war Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz ermordet worden.

(jvj/dpa)

Interview

THW-Helfer in Griechenland berichtet vom Einsatz vor Ort: "Man erlebt selten so viel Dankbarkeit"

Hunderte Menschen haben in Griechenland schon durch die Brände ihr Zuhause verloren, mehr als 100.000 Hektar Land wurden vernichtet. Gerade sind die Temperaturen dort etwas gesunken, es hat zudem in einigen Regionen geregnet, was die Lage verbessert. Vor Ort sind auch Helfer aus Deutschland, sie waren folgten einem Hilfeersuchen der griechischen Regierung gefolgt. Einer von ihnen ist Lars Werthmann, der für das Technische Hilfswerk (THW) in Griechenland ist. watson hat mit Werthmann über die …

Artikel lesen
Link zum Artikel