Kein Gender-Fan: Papst Franziskus.
Kein Gender-Fan: Papst Franziskus.
Bild: www.imago-images.de

Vatikan warnt vor Gendertheorie und "Auslöschung" der Geschlechter

11.06.2019, 08:32

Der Vatikan hat in einem offiziellen Dokument eine "Gender-Ideologie" kritisiert, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können. Mit dem am Montag vorgestellten Leitfaden sollen Lehrer darin geschult werden, argumentativ gegen die Theorie vorzugehen.

Im Papier aus dem Vatikan heißt es:

  • Die Gender-Theorie sei eine "Ideologie, die den Unterschied (...) in der Natur eines Mannes und einer Frau leugnet und eine Gesellschaft ohne geschlechtliche Unterschiede vorsieht und somit die anthropologische Grundlage der Familie eliminiert".
  • Das Dokument namens "Als Mann und Frau schuf er sie" wendet sich gegen eine Tendenz, "die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als bloße historisch-kulturelle Konditionierung versteht".

Kritiker warnen vor Fehlinformation

Der Verband New Ways Ministry, der für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) in der katholischen Kirche einsteht, kritisierte das Papier als "schädliches Werkzeug".

Die "Fehlinformation in dem Dokument wird dazu führen, dass Familien ihre Kinder ablehnen" und Homosexuelle sowie Transgender weiter diskriminiert würden. Das Geschlecht werde "nicht nur durch sichtbare Genitalien bestimmt", heißt es in einer Mitteilung, "sondern auch durch Genetik, Hormone und Chemie – Dinge, die bei der Geburt nicht sichtbar sind". "Der Vatikan bleibt im Mittelalter, fördert die falsche Lehre und stützt sich auf Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten."

Papst Franziskus ist kein Freund der Gender-Theorie

Die katholische Kirche und auch Papst Franziskus sprechen sich immer wieder offen gegen die Gender-Theorie aus, weil dies der traditionellen Vorstellung von Mann und Frau als Eheleuten und Eltern widerspreche.

2016 warf Franziskus Frankreich vor, die Gendertheorie an Schulen zu verbreiten. Französische Schulbücher würden eine "hinterlistige Indoktrinierung mit der Gendertheorie" betreiben. Homosexuell zu sein oder sein Geschlecht zu ändern, sei "eine Sache", "ein Unterricht auf dieser Linie" sei jedoch etwas anderes.

(ts/dpa/afp)

Die lustigsten Frisuren der Bundesliga-Geschichte

1 / 19
Die lustigsten Frisuren der Bundesliga-Geschichte
quelle: imago sportfotodienst (montage watson)
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Dr. G-Punkt über den Penis-Mythos

Interview

"Unsachlich" und eine "Frechheit": Sexworkerin antwortet auf Spahn-Aussage zu Bordellen

Es gibt ein paar Branchen, die politisch recht wenig Fürsprecher finden, weil ihre Arbeit als moralisch umstritten gilt – allen voran die Prostitution. Ob und in welcher Form sie in Deutschland überhaupt existieren sollte, ist sowohl in der Bevölkerung als auch unter Abgeordneten schwer umstritten.

Daher eignet sich das Thema auch wunderbar, um im Wahlkampf ein paar Stimmen zu ergattern, dachte sich offenbar Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der im watson-Interview zu einem Seitenhieb gegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel