Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, wird es vor allem in Großstädten heiß. Eine kleine Abkühlung zwischendurch kann da nicht schaden.
Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, wird es vor allem in Großstädten heiß. Eine kleine Abkühlung zwischendurch kann da nicht schaden.Bild: dpa / Wolfgang Kumm
Analyse

Klimawandel: Verschläft Deutschland den Kampf gegen die Hitze?

2003, 2015, 2018: Die Sommer mit extremer Hitze häufen sich, was eine direkte Folge der Klimakrise ist. Dass heiße Tage mit Temperaturen von über 30 Grad zur tödlichen Gefahr auch für uns in Deutschland werden, spiegelt sich in den stetig steigenden Zahlen der Hitzetoten. Doch Hitzeaktionspläne wie in Frankreich sind in Deutschland eine Rarität, dabei fordert die Bundesärztekammer diese schon lange. Watson hat bei den einzelnen Bundesländern nachgefragt, wie es mit den Aktionsplänen für den Notfall aussieht.
18.06.2022, 15:55

Die herannahende Wüstenluft aus dem Norden Afrikas dieses Wochenende könnte Wettergeschichte schreiben – und frühere Temperaturrekorde Deutschlands übertreffen. Und das bereits Mitte Juni, noch vor dem kalendarischen Sommeranfang.

Für den menschlichen Körper ist das ein Horrorszenario: Was können wir tun, wenn es plötzlich mehr als 40 Grad im Schatten sind? Wohin können wir gehen, um uns abzukühlen? Denn auch unsere Schweißproduktion, die körpereigene Klimaanlage, kommt irgendwann an ihre Grenzen.

Schlecht für uns – denn steigt unsere Körpertemperatur auf 42 Grad, sterben wir.

Hitze kann zur tödlichen Gefahr werden – auch in Deutschland

Insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen, wie Vorerkrankte, Schwangerere, ältere Menschen und Kinder sind gefährdet. Auch bei jungen und gesunden Menschen lässt die Leistungsfähigkeit bei Hitze nach, das Wohlbefinden nimmt ab.

Aus diesen Gründen fordert die Bundesärztekammer einen nationalen Hitzeaktionsplan für Deutschland.

Insbesondere in Städten sind Orte zum Abkühlen bei Hitze essenziell.
Insbesondere in Städten sind Orte zum Abkühlen bei Hitze essenziell.Bild: dpa / Michael Reichel

"Hitze kann lebensgefährlich sein", sagt Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, gegenüber watson. "Infolge des Klimawandels werden häufigere, intensivere und auch längere Hitzewellen erwartet, daher müssen wir dringend handeln." Zwar gebe es vereinzelt schon Hitzeaktionspläne, aber noch längst nicht überall.

Bobbert sagt:

"Das Thema ist noch nicht im allgemeinen Bewusstsein verankert. Dass der Klimawandel bereits jetzt zu Todesopfern bei uns führt, ist den meisten Bürger:innen nicht klar. Wir müssen an Tagen mit extremer Hitze aufeinander achtgeben. Und wir müssen vorbereitet sein. Dabei helfen uns die Hitzeschutzpläne."

Frankreich, Spanien, Italien, aber auch die Stadt Wien haben auf den Temperaturanstieg längst reagiert – und Hitzeschutzpläne entwickelt, "an denen wir uns gut orientieren können", wie Bobbert betont. Für Deutschland sei es mit einem Temperaturanstieg um die zwei Grad seit 1960 nun auch an der Zeit, endlich zu handeln.

Kommt der nationale Hitzeschutzplan für Deutschland doch noch?

Auf Nachfrage von watson beim Bundesgesundheitsministerium erklärte ein Sprecher, dass der neue Koalitionsvertrag auf einen übergreifenden Ansatz setze. Gemeinsam mit den Ländern soll eine nationale Klimaanpassungsstrategie mit den Handlungsfeldern Hitzevorsorge und Gesundheits- und Allergieprävention entwickelt werden.

Die Verantwortung zur Entwicklung von Hitzeaktionsplänen liege aber nach wie vor bei den Kommunen und den Trägern von gesundheitlichen Einrichtungen. Die 2017 von der Bund/Länder Ad hoc-Arbeitsgruppe erarbeiteten "Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit" sollen die Länder und Kommunen dabei aber unterstützen.

Wie aber steht es wirklich um die Handlungsfähigkeit der einzelnen Kommunen und Bundesländer, wenn sich mal wieder die Hitzeglocke über Deutschland legt? watson hat nachgehakt.

Baden-Württemberg

Weil ein landesweiter Hitzeaktionsplan nicht hinreichend auf die spezifischen lokalen Bedürfnisse eingehen könne, wurde in Baden-Württemberg bislang keiner veröffentlicht, was laut Ministerium auch für die Zukunft nicht geplant ist. Das Landesgesundheitsamt im Sozialministerium unterstütze die einzelnen Kommunen und Gesundheitsämter aber durch fachliche Beratung, Vernetzung und Kompetenzstärkung, um den gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze adäquat entgegenwirken zu können.

"Bei einer massiven, lange andauernden landesweiten Hitzewelle würde das Innenministerium einen interministeriellen Stab einberufen", erklärt Anna Werner, Sprecherin des Gesundheitsministeriums Baden-Württemberg, zu watson.

Da das Thema Hitzebelastung mit den heißer werdenden Sommern ein wachsendes Problem werde, hat das Sozialministerium bereits 2004, ein Jahr nach dem Extremsommer, ein Aufklärungsblatt "Gesundheitsrisiken bei Sommerhitze für ältere und pflegebedürftige Menschen" mit Hinweisen für Pflegekräfte, Heimleitungen und Hausärzte veröffentlicht. Auch ist in der seit 2009 geltenden Landesheimbauverordnung geregelt, dass durch entsprechende Be- und Entlüftungskonzepte "jederzeit ein den Bewohnerbedürfnissen entsprechendes Raumklima gewährleistet werden soll".

Bayern

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) betont: "Klar ist: Klimawandel und Gesundheitsschutz sind für mich untrennbar miteinander verbunden. Wir im Freistaat wollen das Thema verstärkt und vor allem nachhaltig angehen."

Zwar liege die Verantwortung für die Erstellung "einzelfallbezogener und passgenauer" Hitzeaktionspläne bei den Kommunen, um Effektivität und Effizienz zu gewährleisten. "Dies bedeutet jedoch nicht, dass bayerische Kommunen hierbei auf sich allein gestellt sind", betont eine Ministeriumssprecherin gegenüber watson.

So unterstützt das Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Städte und Gemeinden, indem sie ihnen Informationen zur Verfügung stellen und mithilfe von Hitzeworkshops die Kommunen miteinander vernetzen.

"Klar ist: Klimaschutz und Gesundheitsschutz sind für mich untrennbar miteinander verbunden."
Klaus Holetschekgesundheitsminister in bayern

Auch wurde im September 2021 die Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheitsschutz im Klimawandel (LAGiK) gegründet, wodurch sich verschiedene Akteure austauschen und Handlungsempfehlungen und Anpassungsmaßnahmen zur Reduktion möglicher Gefährdungslagen erarbeiten. Das erste Fokusthema ist die gesundheitliche Belastung durch Hitze.

Berlin

Unter den Großstädten nimmt Berlin eine Vorreiterrolle ein, "denn bisher gibt es keine Großstadt in Deutschland, in der Gesundheitsakteure eine zentrale Rolle in der Erstellung und Umsetzung von Hitzeschutzplänen bei extremer Hitze übernehmen", erklärt ein Senatssprecher auf Anfrage von watson.

"Neben konsequentem Klimaschutz müssen wir uns auch an die Klimakrise anpassen, damit unsere Städte lebenswerte Orte für alle bleiben."
Ulrike Gote gesundheitssenatorin in berlin

Mit Hitzeschutzplänen für das Gesundheitswesen sollen die Menschen in Berlin vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze geschützt werden. Entwickelt wurden die Pläne von der Ärztekammer Berlin, der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und die Senatsverwaltung für Gesundheit und Pflege. Gemeinsam mit zahlreichen Gesundheitsakteuren, wie beispielsweise der Berliner Krankenhausgesellschaft, der Feuerwehr und der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch eine zentrale Koordinierungsstelle für Hitzelagen soll im Rahmen dieser Zusammenarbeit noch erfolgen.

"Hitze kann lebensgefährlich sein, besonders für ältere und vorerkrankte Menschen", sagt Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) zu watson. "Neben konsequentem Klimaschutz müssen wir uns auch an die Klimakrise anpassen, damit unsere Städte lebenswerte Orte für alle bleiben." Die neuen Hitzeschutzpläne sollen nun zügig bekannt gemacht und umgesetzt werden – "denn die nächste Hitzewelle mit Gefahren für die Gesundheit der Berliner Bevölkerung kommt bestimmt".

Brandenburg

Bislang gibt es keinen vollumfänglichen Hitzeaktionsplan für Brandenburg, sondern lediglich einzelne Maßnahmen wie beispielsweise die Bereitstellung von Informationen über den richtigen Umgang mit Hitze für vulnerable Gruppen.

"Mitte 2021 wurden durch die Abteilung Gesundheit des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) sowie die Abteilung Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein Konsortium beauftragt, einen Hitzeaktionsplan für Brandenburg zu entwickeln", wie Gabriel Hesse, Sprecher des MSGIV gegenüber watson erklärt. Dafür würden verschiedene Maßnahmensets für die die betroffenen Bereiche, so auch für Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen und Kitas entwickelt.

Bremen

Zwar ist ein Hitzeaktionsplan bereits in Vorbereitung, doch aufgrund der personellen Engpässe im Gesundheitsressort "zur Bewältigung der Pandemie" konnte in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht weiter an diesem gearbeitet werden, wie Sprecher Lukas Fuhrmann auf Nachfrage von watson erklärt.

Dennoch leisteten die Gesundheitsämter Bremen und Bremerhaven bereits jetzt viel Beratungsarbeit, um die Bevölkerung auf richtiges Verhalten während Hitzeperioden hinzuweisen.

Hamburg

Auch die Hansestadt arbeitet daran, wie im September 2020 von den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder vereinbart, binnen fünf Jahren Hitzeaktionspläne zu erstellen. Bis spätestens 2025 soll unter Beteiligung der verschiedenen Akteure ein entsprechender Plan vorgelegt werden, wie Stefanie Lambernd, Sprecherin der Hamburger Sozialbehörde, gegenüber watson erklärte.

Lambernd sagt: "Grundsätzlich muss in unterschiedlichen Feldern bearbeitet werden, wie mit Hitze in einer Großstadt umzugehen ist." Dabei gehe es um Fragen von Bauwesen, Stadtentwicklung und Grünflächen, aber auch die gesundheitlichen Dimensionen, Angebote zur Abkühlung, Trinkversorgung sowie Regelungen und Maßnahmen für Bildungs- und Pflegeeinrichtungen.

Lambernd ergänzt:

"Denn dass es – bedingt durch Klimaveränderungen – mehr Hitzefälle geben wird, ist eine langfristige Entwicklung. Es geht also darum, den Hitzeinseleffekt in der Stadt zu reduzieren und den sommerlichen Wärmeschutz an Gebäuden zu verbessern. Und es müssen im konkreten Hitzefall bestimmte Angebote beziehungsweise Maßnahmen getroffen werden, etwa in Einrichtungen des Gesundheitswesens und Bildungseinrichtungen."

Hessen

Der Hessische Hitzeaktionsplan soll bis zum Frühjahr 2023 erstellt und in den darauffolgenden Jahren evaluiert, erweitert und aktualisiert werden, wie das Sozialministerium erklärt. Der in Hessen geltende Plan soll zudem als Hilfestellung für die Kommunen und deren eigenen Erstellung von Hitzeaktionsplänen dienen.

Seit 2004 – als Reaktion auf den Extremsommer 2003 – gibt es bereits ein Hitzewarnsystem, welches vom damaligen Sozialministerium in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst eingerichtet wurde. Dieses soll auch in Zukunft zentraler Bestandteil des Hitzeaktionsplans bleiben.

Mecklemburg-Vorpommern

Einen Landes-Hitzeaktionsplan für Mecklenburg-Vorpommern gebe es bislang nicht und sei auch nicht geplant, wie Alexander Kujat, Sprecher des Gesundheitsministeriums, auf Anfrage von watson erklärt. "Wir sehen für die Entwicklung einer Gesamtstrategie den Bund in der Verantwortung", betont er.

Weil die Hitze aber eine "ernste Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung" darstelle, brauche es "unstrittig" Anpassungsmaßnahmen. Allerdings nicht von jeder Kommune eigene, sondern einen deutschlandweit geltenden.

Niedersachsen

"Die Zeit der gemäßigten Sommer ist vorerst vorbei", sagt Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies (SPD). "Tage wie die, die uns jetzt bevorstehen, führen uns vor Augen, wie drastisch der Handlungsdruck ist. Wir erleben gerade die erste Hitzewelle des Jahres in Deutschland."

Eine entsprechende Kühlung der Städte zum Schutze insbesondere der vulnerablen Gruppen sei aus diesem Grund unerlässlich. "Wir appellieren an die niedersächsischen Kommunen, Hitzeaktionspläne aufzulegen und umzusetzen", erklärt Matthias Eichler, Sprecher des Umweltministeriums. Über den genauen Stand entsprechender Pläne lägen dem Ministerium allerdings keine Informationen vor.

"Die Zeit der gemäßigten Sommer ist vorerst vorbei."
Olaf Liesumwelt- und klimaschutzminister in niedersachsen

In Niedersachsens Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, das von dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Klimawandel (NIKO) flankiert wird, sind aber umfassende Leitlinien enthalten, die eine Beratung, Datenbereitstellung und Unterstützung der Kommunen bei der Klimafolgenanpassung vorsieht. Derzeit befindet sich das NIKO allerdings noch im Aufbau.

Nordrhein-Westfalen

Ein landesweiter Hitzeaktionsplan wurde bislang nicht verabschiedet. Allerdings wird laut Miriam Skroblies, Sprecherin des Gesundheitsministeriums, aktuell sondiert, "inwieweit in Ergänzung zu kommunalen Hitzeaktionsplänen ein landesweiter integrierter Hitzeaktionsplan NRW als Beitrag zur Klimaanpassungsstrategie NRW erstellt werden kann".

Auch gibt es bereits seit 2008 eine Informationsplattform, die die Bevölkerung, medizinisches Fachpersonal und den öffentlichen Gesundheitsdienst über die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit und über Möglichkeiten der Anpassung und Kompensation aufklärt.

Auch steht das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen zum Thema Hitzeaktionsplanung im Austausch mit den Kommunen, dem Umweltbundesamt und dem Umweltministerium NRWs. Außerdem zur Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit sowie weiteren Akteuren aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst. Seit 2021 werden im Kontext der Initiative "Gemeinsam für Umwelt und Gesundheit in NRW" zudem Umgangs- und Handlungsansätze mit dem Fokus auf die Hitzethematik identifiziert und sondiert.

Ein Monitoring hitzebezogener Maßnahmen auf kommunaler Ebene sowie die Konzeption, Durchführung und Aufbereitung von Kommunal-Befragungen zum Stand und zu Bedarfen im Bereich Klima und Gesundheit sei derzeit in Planung.

Rheinland-Pfalz

Einen nationalen Hitzeaktionsplan gibt es in Rheinland-Pfalz nicht. Das Gesundheitsministerium klärt auf seiner Website ebenfalls über die Risiken und den Umgang mit Hitze auf. Allerdings gibt es einige Kommunen, die bereits einen Hitzeaktionsplan erarbeitet haben.

Erst am 15. Juni hat der Wormser Stadtrat einstimmig die Umsetzung eines Hitzeaktionsplans beschlossen, für dessen Umsetzung künftig 10.000 Euro jährlich durch den städtischen Haushalt bereitgestellt werden sollen. Die Stadt Worms ist schon jetzt von extremer Hitze betroffen. Vorausgesagt wird eine steigende Zahl an Nächten, in denen in der Stadt tropische Temperaturen herrschen.

Saarland

Auch für das Saarland gibt es keinen landesweiten Hitzeaktionsplan. Auf seiner Website klärt das Gesundheitsministerium die Menschen darüber auf, wie sie mit Hitze umgehen sollten, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Eine Anfrage von watson, wie das weitere Vorgehen Saarlands in Bezug auf den Umgang mit Hitze aussieht, ließ das Ministerium unbeantwortet.

Sachsen

Da bei der Erstellung von Hitzeaktionsplänen die lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen seien, sieht das Sozialministerium Sachsen die Erstellung von Hitzeaktionsplänen bei den Kommunen besser aufgehoben, weswegen es keinen landesweiten Plan gibt. Das Energie- und Klimaprogramm Sachsen (EKP) enthält aber zahlreiche Maßnahmen, die den Kommunen bei Hitzeanpassungsmaßnahmen zugutekommen.

"Die Betreiber von Krankenhäusern und Pflegeheimen sind für die Problematik der zunehmenden Hitze-Ereignisse sensibilisiert und in der Lage, Maßnahmen zum Schutz der Patienten beziehungsweise Heimbewohner bei Hitzeereignissen zu treffen", erklärt das Ministerium gegenüber watson. Gleiches gelte für Kitas und Schulen.

Besonderes Augenmerk legt das Sozialministerium allerdings auf vulnerable Personen, die nicht in Pflegeheimen, sondern allein wohnen. Ein Projekt mit entsprechenden Maßnahmen ist derzeit in Planung.

Sachsen-Anhalt

Laut Andreas Pinkert, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Sachsen-Anhalt, sollen 2022 im Rahmen eines Pilotprojektes mit freiwilligen Einrichtungen der stationären Altenpflege und unter Einbeziehung relevanter Akteure sogenannte "Musterhitzepläne" als Best-Practice-Beispiele entwickelt werden. An diesen sollen sich weitere Kommunen dann orientieren können.

Vereinzelt hätten Kommunen aber schon jetzt mit der Erstellung von Hitzeaktionsplänen begonnen.

Schleswig-Holstein

Einen nationalen Hitzeaktionsplan gibt es für Schleswig-Holstein nicht. Auf seiner Website klärt das Gesundheitsministerium aber über die Gefahren von Hitzestress auf.

Eine Anfrage von watson, wie das weitere Vorgehen Schleswig-Holsteins in Bezug auf den Umgang mit Hitze aussieht, ließ das Ministerium unbeantwortet.

Thüringen

Auch in Thüringen hat die Coronapandemie einen Strich durch die Entwicklung von Hitzeschutzplänen gemacht. "Inzwischen wurde der Austausch mit dem Thüringer Umweltministerium zum Thema wieder intensiviert", sagt Sprecherin Silke Fließ gegenüber watson.

Einige Kommunen würden bereits den Hitzewarn-Newsletter des Deutschen Wetterdienstes nutzen, wodurch die Gesundheitsämter sensible Einrichtungen frühzeitig warnen können, "damit einrichtungseigene Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden können". Andere Kommunen geben auf ihren Internetseiten Hinweise zum richtigen Verhalten bei Hitze.

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