Lautstark ja – aber mächtig? Ein Teilnehmer einer Fridays-for-Future-Demo am 22. Oktober in Berlin übt mit seiner Botschaft an SPD, Grüne und FDP, die gerade über eine Regierungskoalition verhandeln, Druck aus.
Lautstark ja – aber mächtig? Ein Teilnehmer einer Fridays-for-Future-Demo am 22. Oktober in Berlin übt mit seiner Botschaft an SPD, Grüne und FDP, die gerade über eine Regierungskoalition verhandeln, Druck aus. Bild: dpa / Annette Riedl
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watson-Umfrage: Knapp ein Viertel der Deutschen denkt, dass Fridays for Future großen Einfluss hat

27.10.2021, 18:3627.10.2021, 20:00

28 Prozent der Menschen in Deutschland glauben, dass die Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FFF) sehr großen oder großen Einfluss auf die Klimapolitik der kommenden Bundesregierung hat. Das ergibt eine exklusive repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag von watson. Dass Fridays for Future sehr großen oder großen Einfluss auf den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland hat, glaubt demnach ebenfalls gut ein Viertel der Bürger.

Über die Hälfte der Grünen-Anhänger sieht großen Einfluss von FFF auf die Regierung – aber nur ein Fünftel der Anhänger von Union, FDP und AfD

Auf die Frage "Wie groß wird Ihrer Meinung nach der Einfluss von Fridays for Future auf die Klimapolitik der kommenden Bundesregierung sein?" antworten laut der Umfrage 28 Prozent mit "groß" oder "sehr groß". 55 Prozent, und damit die absolute Mehrheit der Befragten, sieht dagegen nur einen weniger großen oder gar keinen Einfluss von FFF auf die künftige Koalition. 17 Prozent sind unentschieden.

grafik: civey

Interessanterweise ähneln sich die Einschätzungen in den unterschiedlichen Altersgruppen: Der Anteil derer, die einen großen oder sehr großen Einfluss von Fridays for Future auf die nächste Bundesregierung sehen, liegt zwischen 26 Prozent (bei den Über-65-Jährigen) und 33 Prozent (bei den 18- bis 29-Jährigen). Die Unterschiede sind hier sehr gering, weil der statistische Fehler in der Auswertung nach Altersgruppen mit 6,5 Prozent vergleichsweise hoch ist.

grafik: civey

Viel deutlicher sind die Unterschiede dagegen zwischen den Anhängerinnen und Anhängern der größten Parteien: Unter den Menschen, die bei der nächsten Bundestagswahl die Grünen wählen würden, sehen 53 Prozent einen großen bis sehr großen Einfluss der Klimaschutzbewegung auf die nächste Koalition. Das sind über 20 Prozentpunkte mehr als bei den Anhängern der SPD (31 Prozent). Unter den Anhängern von CDU/CSU und AfD (je 20 Prozent) und FDP (19 Prozent) sieht dagegen nur rund ein Fünftel der Menschen einen eher großen bis sehr großen Einfluss von FFF.

grafik: civey

27 Prozent sehen großen oder sehr großen Einfluss von FFF auf gesellschaftlichen Wandel

Zum Einfluss von Fridays for Future auf die deutsche Gesellschaft sind die Ansichten ähnlich verteilt. Laut der Civey-Umfrage sehen 27 Prozent der Bevölkerung einen eher großen bis sehr großen Einfluss auf den gesellschaftlichen Wandel, 58 Prozent einen weniger großen bis gar keinen. 15 Prozent sind unentschieden.

grafik: civey

Auch bei dieser Frage sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen eher gering: Der Anteil derer, die einen eher großen bis sehr großen Einfluss von FFF auf die Entwicklung der deutschen Gesellschaft sehen, liegt zwischen 26 Prozent (bei den Über-65-Jährigen) und 30 Prozent (bei den 40- bis 49-Jährigen).

grafik: civey

Die Anhänger der unterschiedlichen Parteien sind auch in dieser Frage ähnlich eingestellt wie bei jener zum Einfluss auf die nächste Bundesregierung: Nur eine Minderheit von Liberalen, Konservativen und Rechten sieht einen großen Einfluss der Klimaschutzbewegung – während mehr als die Hälfte derer, die grün wählen würden, dieser Ansicht sind. Auffällig ist hier mit Blick auf die vorherige Frage, dass unter den AfD-Anhängern noch deutlich weniger Befragte einen großen Einfluss auf die Gesellschaft (11 Prozent) sehen als auf die nächste Bundesregierung (20 Prozent).

grafik: civey

Für die repräsentative Umfrage hat Civey 5709 Menschen befragt und die Antworten von 5.002 Befragten ausgewertet. Die Befragung lief vom 22. Oktober bis 25. Oktober.

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