
Bild: imago stock&people / Sascha Steinach / picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa / watson-montage
Deutschland
Der Bundesvorsitzende des AfD-Mittelstandsforums,
Matthias Gellner, hat die Partei am Freitag verlassen. "Den Austritt aus der AfD
kann ich bestätigen", teilte er am Samstag der Deutschen
Presse-Agentur mit. Zuvor hatte "Die Welt" darüber berichtet.
- "Gründe für den Austritt sind unter anderem die ständigen innerparteilichen Querelen", erläuterte der Immobilienunternehmer aus Bottrop im Ruhrgebiet.
- Auch Werte wie Mut zur Wahrheit und strikte Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit seien verloren gegangen.
- Gellner warf der AfD ein "Verschleiern der Spendenaffäre" vor.
Was der AfD-Aussteiger über die Partei sagt:
Der
innerparteiliche Umgang miteinander sei "mehr als erschreckend". Die
AfD stelle Ansprüche an andere Parteien, werde ihnen aber selbst
nicht gerecht. "Auch die Wertschätzung gegenüber den Unternehmern
innerhalb der Partei war eher mäßig, und die Arbeit des
Mittelstandsforums wurde selten wertgeschätzt."
Nach nunmehr sechs
Jahren in der AfD müsse er feststellen, dass er zwar sympathische und
engagierte Leute kennengelernt habe, diese aber "zwischen den
ständigen Grabenkämpfen zerrieben" würden. Im Landesverband
Nordrhein-Westfalen seien die Gräben besonders tief.
Wer ist Matthias Gellner?
Matthias Gellner war neben seinem Posten als Bundesvorsitzender des Mittelstandsforums der AfD auch stellvertretender Sprecher im Kreisverband Bottrop. 2017 stand er auf der Liste der AfD für die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen.
Ein früherer Geschäftspartner attestierte Gellner gegenüber dem Recherche-Portal "Correctiv" 2017 keine rechtschaffenen Qualitäten: "Seitdem er mich beschissen hat, habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm", sagte der Mann, der anonym bleiben wollte.
(ll/mit dpa)
Diese vier Vorurteile füttern Rechtspopulisten
Video: watson
Die Ukrainerin Liusiena Zinovkina verlor durch den russischen Großangriff ihre Heimat und ihren Mann. Seit fast zwei Jahren hält Russland ihn unrechtmäßig in Gewahrsam. Verschleppt, verteufelt, verurteilt, weil er Ukrainer ist.
Ihre Finger zittern, als sie ein Video auf ihrem Handy abspielt. Auf dem Display erscheint ein junger Mann mit kurzgeschorenen Haaren. Er sitzt hinter Gittern, mit blassem Gesicht, aber kämpferischem Blick. Neben ihm sitzt ein älterer Herr, der ihn auf Russisch verhört.