Deutschland
22.11.2018, 06:2722.11.2018, 08:35
Es ist da ein echter Wahlkampf entbrannt auf den Regionalkonferenzen der CDU. Er erinnert an die amerikanischen Primaries, in denen sich auch die Konservativen um die Kandidatur auf die Präsidentschaft bewerben. Nun haben wir keinen Donald Trump im Rennen, sondern einen Jens Spahn, eine Annegret Kramp-Karrenbauer und vor allem einen Friedrich Merz – dessen Ton wird gerade ungleich rauer im Streit um den Parteivorsitz der Christdemokraten.
Merz hat seinem konservativen Widersacher Spahn wohl gerade ein paar Stimmen abnehmen wollen und deshalb Provokantes gefordert.
Deutschland, so Merz, sei das einzige Land der Welt, das ein Individualrecht
auf Asyl in der Verfassung stehen habe. Und darüber müsse man diskutieren, wie der Wirtschaftsliberale auf der
dritten CDU-Regionalkonferenz am Mittwoch in Thüringen sagte. Meint kurzum die Frage: Sollten wir das nicht besser abschaffen?
Merz sagt:
"Wir müssen irgendwann
einmal eine große öffentliche Debatte darüber führen, ob man einen
gesetzlichen Vorbehalt ins Grundgesetz schreibt."
Auch zum gerade viel diskutierten UN-Migrationspakt hatte Merz etwas zu sagen. Der dürfe keine neuen
Asylgründe schaffen. Das müsse in "geeigneter Weise
klargestellt werden", sagte er und schlug dafür eine
Protokollerklärung der Bundesregierung oder eine Entschließung des
Bundestags vor.
Zum Beispiel dürfe der Klimawandel nicht als
politische Verfolgung und damit als Asylgrund gelten. "Das sind
Dinge, die wir in Deutschland auch durch die Hintertür nicht
akzeptieren können." Der umstrittene Pakt, gegen den sich in mehreren
Ländern teils vehementer Widerstand regt, soll am 10. und 11.
Dezember in Marokko angenommen werden.
Die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz
stellten sich übrigens erstmals auf einer Regionalkonferenz in Ostdeutschland
vor. Dort hängen vor allem Konservative die Themen Asyl und Migration noch immer ziemlich hoch: Ein Schelm, wer denkt, dass Merz die große Asylkritik deshalb ausgerechnet dort auspackt.
(mbi/dpa)
Ein Chat mit einem alten Bekannten. Er glaubt den russischen Narrativen und ich lasse mich auf die Diskussion ein.
Der Laptop steht noch auf dem Esstisch. Daneben: ein Kaffee, halb ausgetrunken. Samstagnachmittag. Ich hätte gerne etwas anderes getan – Serien geschaut, Flohmarkt, einen Spaziergang. Stattdessen sitze ich fest. In einem Whatsapp-Chat. Mit Lars, der nicht wirklich Lars heißt, aber in diesem Text so genannt wird.