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Brunei will die Todesstrafe gegen Homosexuelle doch nicht vollstrecken

FILE PHOTO: Brunei's Sultan Hassanal Bolkiah attends the retreat session during the APEC Summit in Port Moresby, Papua New Guinea on November 18, 2018. REUTERS/David Gray/File Photo
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Brunei will die Todesstrafe gegen Homosexuelle doch nicht vollstrecken

06.05.2019, 07:3506.05.2019, 07:35

Das Sultanat Brunei will nach internationalen Protesten auf die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Homosexuelle verzichten. Dies kündigte Sultan Hassanal Bolkiah am Sonntag in einer Rede zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan an. Das bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten geltende "De-Facto-Moratorium", keine Todesurteile umzusetzen, gelte auch für Urteile gegen Homosexuelle. Zudem sprach er von "Missverständnissen".

Anfang April waren in dem Sultanat auf der südostasiatischen Insel Borneo härtere Strafgesetze in Kraft getreten. Homosexuellen drohte die Todesstrafe durch Steinigung. Grundlage dafür war die Scharia, die die religiösen und rechtlichen Normen im Islam regelt. International gab es viel Proteste, angeführt von Hollywood-Star George Clooney ("Argo"). Er rief dazu auf, Hotels zu boykottieren, die dem Sultan gehören, einem der reichsten Monarchen der Welt. Die UNO und die EU kritisierten die vorgesehenen Strafen als grausam und unmenschlich.

April 6, 2019 - London, Greater London, United Kingdom - Protesters are seen holding placards in front of the Dorchester Hotel during the demonstration...Protesters gathered outside of the luxury Dorc ...
Demonstranten vor einem der Hotels, die Bruneis Sultan gehören.Bild: www.imago-images.de

Brunei orientiert sich an Saudi Arabien

In Brunei sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner Muslime. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Der autoritär regierende Sultan hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen. Das Sultanat ist damit das erste Land in Ost- und Südostasien, das sich mit seinem Strafgesetzbuch am islamischen Recht der Scharia orientiert. Ähnlich halten es bisher bereits einige Nahost-Staaten und Saudi-Arabien. Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit langem unterdrückt.

(fh/dpa/afp)

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