
Angela Merkel bei einem Treffen mit Recep Tayyip Erdogan in der Türkei (Archivbild). Bild: imago images/Xinhua / Xu Suhui
International
03.03.2020, 06:2303.03.2020, 11:57
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
hat in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine faire
Lastenteilung beim Thema Flüchtlinge gefordert.
- Erdogan habe darauf hingewiesen, dass die Last der Flüchtlinge und die Verantwortung für sie fair geteilt und dass internationale Verpflichtungen eingehalten werden müssten, hieß es in der Nacht zum Dienstag in einer Mitteilung der türkischen Seite.
Erdogan droht der EU
Erdogan hatte der EU zuvor offen mit einem neuen Massenandrang
von Flüchtlingen gedroht. Seitdem Erdogan am Samstag verkündet hatte,
dass die Türkei die Grenzen zur EU geöffnet habe, haben sich Tausende
Migranten auf den Weg zur griechischen Grenze gemacht, wo sie jetzt
bei Kälte auf türkischer Seite ausharren.
Griechische
Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein,
um Menschen zurückzudrängen. Die Türkei hat seit Beginn des
Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien rund 3,6 Millionen Flüchtlinge
aufgenommen.
Erdogan warf griechischen Sicherheitskräften vor, zwei Migranten
getötet und einen verletzt zu haben. Dies sagte er nach Angaben der
staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu nach einem Treffen
mit Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow in Ankara. Erdogan warf
der EU zudem vor, die Vorgaben aus dem Flüchtlingspakt von 2016 nicht
vollständig erfüllt zu haben.
In der Vereinbarung mit der EU hatte die Türkei eigentlich
zugesagt, gegen illegale Migration vorzugehen. Im Gegenzug nimmt die
EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Ankara erhält zudem finanzielle
Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im
Land.
(ll/dpa)
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