Das Harley-Davidson-Hauptquartier in Milwaukee
Das Harley-Davidson-Hauptquartier in Milwaukee
Bild: ap

"Ich habe hart für sie gekämpft" – Donald Trump rügt Harley-Davidson

25.06.2018, 14:2426.06.2018, 08:20

Das hatte Donald Trump sich vermutlich anders vorgestellt. Der amerikanische Kult-Motorradhersteller Harley-Davidson verlagert Teile seines Geschäfts weg aus den USA

  • Die Umstrukturierungen seien eine Antwort auf die Zölle seitens der EU auf ausgesuchte US-Produkte wie Whiskey, Jeans oder eben Motorräder.
  • Neben Produktionsstätten in Missouri, Pennsylvania und Wisconsin stellt der Konzern auch Maschinen in Australien, Brasilien, Indien und Thailand her.

Für Trump ist der Schritt des weltbekannten Motorradherstellers ein Rückschlag, hatte er doch seine Zollpolitik stets mit dem Prinzip "Amerika zuerst" begründet. 

  • Eines seiner erklärten Ziele war demnach, Unternehmen dazu zu bewegen, mehr in den USA zu produzieren und neue Jobs zu schaffen – oder zumindest den Status quo zu erhalten.
  • Dass Harley-Davidson nun wegen des von ihm initiierten Handelskonflikts Teile der Produktion ins Ausland verlagern will, konterkariert die Strategie des Weißen Hauses.

"Überrascht, dass Harley Davidson von allen Unternehmen als erstes die weiße Flagge hisst", twitterte Trump in der Nacht zum Dienstag. "Ich habe hart für sie gekämpft", aber anscheinend habe die Firma einen Vorwand für ihren Schritt gesucht. Zugleich zeigte sich Trump optimistisch, dass Harley-Davidson am Ende der Verhandlungen gar keine Zölle auf Verkäufe an Kunden in der EU zahlen werde.

Die Anhebung der EU-Zölle von bisher 6 auf 31 Prozent mache ein Motorrad von Harley-Davidson in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer. Bis die Verlagerung der Produktion binnen neun bis 18 Monaten über die Bühne geht, werde Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, hieß es. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Millionen Dollar.

So geht es mit dem Konzern weiter:

  • Würde man die höheren Kosten mit einer Preiserhöhung an Käufer weitergeben, hätte das einen "sofortigen und langanhaltenden" Schaden für das Geschäft in der Region zur Folge, erklärte Harley-Davidson den Schritt.
  • Europa sei mit knapp 40.000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den USA. 

Vergeltungszölle gegen Whiskey, Jeans und Motorräder

Die EU reagierte mit den am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Vergeltungszöllen für US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais oder Motorräder auf zuvor von US-Präsident Donald Trump verhängte Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa. Harley-Davidson ist das erste US-Unternehmen, das eine detaillierte Einschätzung zu den Auswirkungen dieses Handelskonflikts abgab.

Noch vergangenes Jahr hatte Trump die Geschäftsführer des Konzerns im Weißen Haus empfangen. Seinen Sitz hat das Unternehmen im US-Bundesstaat Wisconsin, aus dem auch der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan stammt. Er gilt als einer der einflussreichsten Finanz- und Wirtschaftspolitiker seiner Partei.

(pbl/aj/dpa)

Kannste dir alles nicht ausdenken. So wie diese Bilder:

1 / 9
Optische Täuschunge
quelle: swiked/tumblr
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Analyse

Die neuen Enthüllungen belasten Trump schwer – 3 Fakten zum drohenden "Impeachment"

Es wird jetzt eng für Donald Trump. Erst wird sein früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort wegen Steuerdelikten schuldig gesprochen. Dann packt sein ehemaliger Anwalt Michael Cohen vor Gericht aus.

Entgegen früherer Beteuerungen habe Trump von Schweigegeld-Zahlungen an die Pornodarstellerin Stephanie Clifford und das Playboy-Model Karen McDougal gewusst, sagt Cohen. Am Mittwochmorgen legt sein Rechtsbeistand Lanny Davis im Sender ABC dann noch einmal nach. Sein Mandant werde auch zu Trumps …

Artikel lesen
Link zum Artikel