Kühnert und Sarrazin: Ziemlich sicher keine besten Freunde.
Kühnert und Sarrazin: Ziemlich sicher keine besten Freunde.imago/watson-montage
Politik

"Absurde Thesen" – warum die SPD einen Parteiausschluss gegen Sarrazin prüft

30.08.2018, 13:05

Die SPD-Spitze hat den umstrittenen Bestsellerautor Thilo Sarrazin aufgefordert, aus der Partei auszutreten. Nun prüft die Partei ein Parteiausschlussverfahren.

  • Sarrazin, früher mal Berlins Finanzsenator, stellte am Donnerstag sein neues Buch vor, in dem er vor einer "feindlichen Übernahme" Deutschlands durch den Islam warnt.
  • Deutschlandweit hatte vor acht Jahren sein Bestseller "Deutschland schafft sich ab" mit Kritik an der Zuwanderung vor allem von Muslimen Schlagzeilen gemacht.

The SPD is not amused

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: 

"Thilo Sarrazin ist ein verbitterter Mann, der nur noch in der SPD ist, um seine absurden Thesen zu vermarkten."

Und weiter: "Was er schreibt, hat mit sozialdemokratischen Positionen nichts zu tun. Wer die Mitgliedschaft in der SPD nur noch für persönliches Gewinnstreben benutzt, sollte gehen." Die SPD ist bereits zweimal mit dem Versuch gescheitert, Sarrazin aus der Partei auszuschließen.

Juso-Chef Kevin Kühnert forderte ein weiteres Ausschlussverfahren. Der Wille in der gesamten SPD sei "groß, nach der Veröffentlichung des Buches einen neuen Anlauf für ein Parteiausschlussverfahren zu nehmen", sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation der  "Rhein-Neckar-Zeitung".

Einige SPD-Politiker hatten bereits angekündigt, nach Erscheinen des Buches erneut Sarrazins Parteimitgliedschaft zu prüfen. Ob die Parteispitze einen weiteren Anlauf unterstützt, war zunächst offen.

(pb/dpa)

Grüne und FDP: Autobahnstreit zwischen Parteien eskaliert weiter

Am Donnerstag findet der Koalitionsausschuss statt, bei dem entschieden werden soll, wie die Bundesregierung mit dem Ausbau der Infrastruktur fortfahren wird. Nachdem Umweltministerin Steffi Lemke zuletzt betont hatte, dass keine weiteren Waldrodungen für neue Autobahnen nötig seien, konterte Verkehrsminister Volker Wissing nun. Laut ihm sei es realitätsfern, das deutsche Straßennetz nicht weiter auszubauen.

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