Präsident Kassym-Schomart Tokajew von Kasachstan, hier auf einem Bild vom 6. Januar.
Präsident Kassym-Schomart Tokajew von Kasachstan, hier auf einem Bild vom 6. Januar.Bild: imago images / Kazakh presidential website

Kasachstans Präsident spricht von "versuchtem Staatsstreich" – fast 8000 Festnahmen

10.01.2022, 08:5810.01.2022, 09:08

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat die gewaltsamen Proteste im Land als "versuchten Staatsstreich" bezeichnet. "Gruppen bewaffneter Kämpfer", die auf den richtigen Moment gewartet hätten, seien "in Aktion getreten", sagte Tokajew am Montag bei einer Videokonferenz mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin und anderen verbündeten Staatschefs. Das "Hauptziel" sei deutlich geworden, "es handelte sich um den Versuch eines Staatsstreichs", sagte Tokajew.

Nach den Protesten wurden nach Angaben der Behörden bislang 7939 Menschen festgenommen. Das teilte das Innenministerium am Montag auf seiner Webseite mit. Das Internet, das mehrere Tage gekappt war, funktionierte wieder. Landesweit galt am Montag Staatstrauer, während die genaue Zahl der Toten weiter unklar war. Medien hatten am Sonntag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium von mindestens 164 Toten berichtet. Hunderte Menschen wurden zudem verletzt.

Proteste gegen steigende Gaspreise weiteten sich aus

Die ehemalige Sowjetrepublik war in den vergangenen Tagen von beispiellosen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften erschüttert worden. Proteste, die sich zunächst gegen steigende Gaspreise gerichtet hatten, weiteten sich zu regierungskritischen Demonstrationen im ganzen Land aus. Präsident Tokajew machte im Ausland ausgebildete "Terroristen" für die Unruhen verantwortlich.

Tokajew hatte ein von Russland geführtes Militärbündnis um Unterstützung gebeten, das 2500 Soldaten nach Kasachstan entsandte.

(andi/AFP)

Themen
Nach Vulkanausbruch: Erste Hilfsflüge Richtung Tonga gestartet

Die ersten Flüge mit dringend benötigten Hilfsgütern sind Richtung des durch einen Tsunami verwüsteten Pazifikstaats Tonga gestartet. Ein C17-Transportflugzeug sei am Donnerstagmorgen (Ortszeit) vom Flughafen Amberley nahe Brisbane im Osten Australiens gestartet, sagte ein Beamter des dortigen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Ein zweiter Hilfsflug sollte später abheben. Neuseeland bestätigte, dass eine Maschine des Typs C-130 ebenfalls auf dem Weg sei.

Zur Story