ARCHIV - 13.11.2018, Mali, Gao: Ein Soldat der Bundeswehr steht mit einem Sturmgewehr vom Typ G36 am Flughafen nahe des St

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis. Bild: dpa / Michael Kappeler

Mindestens 13 Verletzte bei Anschlag auf deutsche UN-Soldaten in Mali

Bei einem Bombenanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im westafrikanischen Mali sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mindestens zwölf deutsche Soldaten verletzt worden. Das Einsatzführungskommando informierte am Freitag zudem die Obleute im Verteidigungsausschuss darüber, dass ein weiterer UN-Soldat einer anderen Nation verletzt worden sei. Es habe einen Selbstmordanschlag gegeben. Aus deutschen Militärkreisen hieß es, es werde ein Evakuierungsflug ("MedEvac") vorbereitet. Die Verletzten seien in einem stabilen Zustand.

Nach dpa-Informationen erfolgte der Angriff am Morgen gegen 06.30 Uhr und richtete sich gegen die stehenden Fahrzeuge. Wegen der großen Zahl der Verletzten mussten auch ein französischer Militärhubschrauber und ein Helikopter der Vereinten Nationen zum Rettungseinsatz kommen. Zudem war der Rettungshubschrauber eines zivilen Vertragspartners im Einsatz.

Die Bundeswehr in Mali ist auf Friedensmission

Derzeit sind rund deutsche 900 Soldaten an dem UN-Einsatz beteiligt. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Die UN-Mission Minusma soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv. 2013 schlug ein massiver französischer Militäreinsatz ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako zurück. Zuletzt gab es zwei Militärputsche in dem Land.

"Heute Morgen war eine temporäre Einsatzbasis der Minusma nahe dem Dorf Ichagara in der Gemeinde Tarkint, Region Gao, das Ziel eines Autobombenangriffs", schrieb die UN-Truppe Minusma.

Im Bundestag zeigte man sich bestürzt. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb auf Twitter: "Für weitere Spekulationen ist es zu früh. Meine Gedanken sind nun ausschließlich bei den Soldaten, Angehörigen und Helfern."

(lfr/dpa)

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