Iraks Ministerpräsident will zahlreiche Islamisten sofort hinrichten lassen – aus Rache

29.06.2018, 08:0529.06.2018, 08:34

Als Vergeltung für die Tötung von Gefangenen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi die sofortige Hinrichtung zahlreicher verurteilter Islamisten angeordnet. Die Strafe aller zum Tode verurteilten "Terroristen", deren Berufung abgelehnt und deren Strafe durch die Regierung bestätigt wurde, solle unverzüglich vollstreckt werden, teilte al-Abadi am Donnerstag mit.

Am Mittwoch waren die Leichen von acht Gefangenen des IS gefunden worden. Sechs davon sind in einem Video zu sehen, dass die Dschihadisten am Samstag veröffentlicht hatten und in dem sie die Freilassung "sunnitischer Gefangener" fordern. Den Behörden zufolge waren die Gefangenen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos bereits tot.

Die Beerdigung der getöteten IS-Gefangenen.
Die Beerdigung der getöteten IS-Gefangenen.
Bild: reuters

So viele Islamisten könnten nun hingerichtet werden

Im April hieß es aus Justizkreisen, dass mehr als 300 Menschen, darunter zahlreiche Ausländer, im Irak wegen ihrer Zugehörigkeit zum IS zum Tode verurteilt wurden. Noch einmal so viele bekamen demnach lebenslange Haftstrafen. Die meisten der ausländischen Verurteilten kommen aus der Türkei oder aus den ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion. Auch Frauen sind unter den Verurteilten.

(fh/dpa)

Analyse

"Afghanistan ist nicht vergleichbar mit 2015": Was die Lage im Land für Geflüchtete bedeutet - Gerald Knaus: "Von einem unkontrollierten Zustrom kann keine Rede sein"

Eine große Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet laut einer Umfrage, dass angesichts der Entwicklung in Afghanistan erneut sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Knapp zwei Drittel (62,9 Prozent) der Befragten sorgen sich vor einer Situation wie 2015, ergab die repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" (Mittwoch). Knapp ein Drittel (30 Prozent) sieht das anders. Der Rest ist unentschieden.

Tausende Afghanen versuchen derzeit, …

Artikel lesen
Link zum Artikel