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Ukraine-Krieg: Auswärtiges Amt spricht bei Exekutions-Video von Kriegsverbrechen

Ein Video zeigt die letzten Sekunden des ukrainischen Soldaten, bevor er hingerichtet wird.
Ein Video zeigt die letzten Sekunden des ukrainischen Soldaten, bevor er hingerichtet wird.Bild: screenshot/instagram
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Wegen Erschießungs-Video: Auswärtiges Amt spricht von Kriegsverbrechen

07.03.2023, 15:10
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Die Lage in der ostukrainischen Stadt Bachmut spitzt sich zu. Seit Monaten ist die Stadt heftig umkämpft. Laut der russischen Söldnergruppe Wagner ist der Ort nun umzingelt. Auch aus Kiew wurde eingeräumt, dass die Stadt fallen könnte.

Friedensverhandlungen sind derzeit, etwas über ein Jahr nach Beginn des Krieges, unwahrscheinlich, die Fronten verhärtet. Der ukrainische Botschafter Oleksij Makejew bekräftigte kürzlich erneut, dass Verhandlungen mit Russland erst dann vorstellbar seien, wenn dieses die besetzten Gebiete geräumt hat.

In unserem News-Blog liest du alle wichtigen Ereignisse zum Jahrestag sowie zu den Entwicklungen im Ukraine-Krieg.

7. März

12.42 Uhr: Erschießungs-Video ist laut Auswärtigem Amt schockierend

Nachdem ein Video im Internet die Runde gemacht hat, das die mutmaßliche Erschießung eines ukrainischen Kriegsgefangenen zeigt, hat sich das Auswärtige Amt schockiert geäußert. "Wenn das authentisch ist, dann wäre das ein Kriegsverbrechen", betonte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Dienstag in Berlin.

Unabhängig davon plant Deutschland, der Ukraine bei der Aufklärung von Kriegsverbrechen logistische Hilfe zukommen zu lassen. Das Bundeskriminalamt (BKA) stellte bereits im vergangenen Jahr Material für die forensische Arbeit im Wert von über 11,5 Millionen Euro. Das BKA nimmt außerdem Zeugenbefragungen unter den geflüchteten Ukrainer:innen vor.

5.15 Uhr: Pistorius besucht Bundeswehrsoldaten in Litauen

Verteidigungsminister Boris Pistorius ist nach Litauen gereist, an die Ostgrenze der Nato, um dort militärpolitische Gespräche zu führen. Litauen ist EU- und Nato-Mitglied und angesichts der russischen Aggression gegenüber der Ukraine besorgt um seine innere Sicherheit.

Pistorius trifft in Litauen auch Bundeswehrsoldaten, die Deutschland seit Herbst 2022 dort stationiert hat. Etwa 1450 deutsche Soldaten halten sich in Litauen zur Verteidigung des Bündnispartners bereit. "Die Sicherheit Litauens ist auch unsere Sicherheit, und deswegen ist dieses Engagement so wichtig", sagte Pistorius am Montagabend in einer von Nato-Truppen genutzten Kaserne in Rukla (Litauen).

In this photo provided by Lithuanian Ministry of National Defense, German Defense Minister Boris Pistorius speaks with German Bundeswehr soldiers of the NATO enhanced forward presence battalion during ...
Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht in Litauen einen wichtigen Bündnispartner für Deutschland und die Nato.Bild: Lithuanian Ministry of National Defense

5.01 Uhr: Selenskyj betont Einigkeit bei Widerstand in Bachmut

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut betont, dass die Ukraine sich nicht aus der umkämpften Stadt Bachmut zurückziehen werde. Die militärische Führung sei sich diesbezüglich einig, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft am Montagabend.

24.02.2023, Ukraine, Kiew: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht während seiner Pressekonferenz anlässlich des einjährigen Jahrestages des Ukraine-Krieges. Die russische Armee hatte die  ...
Wolodymyr Selenskyj hat die Verteidiger Bachmuts erneut als Helden gefeiert.Bild: AP / Efrem Lukatsky

"Die ukrainischen Streitkräfte verteidigen jeden Teil der Ukraine und werden dies auch weiterhin tun", bekräftigte er. Die Stellungen rund um die strategisch und symbolisch wichtige Stadt im Osten würden sogar noch verstärkt werden.

Angesichts der zunehmenden russischen Überlegenheit in dem Gebiet hatten auch westliche Expert:innen einen baldigen Rückzug der Verteidiger für wahrscheinlich erklärt.

6. März

15.10 Uhr: Ukraine dementiert Gerüchte um Abzug in Bachmut

Entgegen anders lautender Gerüchte will die ukrainische Armee die heftig umkämpfte Stadt Bachmut nicht aufgeben. Am Montag teilte das Präsidialamt mit, die Stellungen in Bachmut sogar verstärken zu wollen. Seit Kriegsbeginn liefern sich Russland und Ukraine schwere Kämpfe um die Stadt in der ostukrainischen Region Donezk.

Am Sonntag hatte das US-amerikanische Institut for the Study of War (ISW) noch erklärt, Kiew werde seine Truppen eher zurückzuziehen, als eine Einkreisung zu riskieren. Russland hatte zuletzt Geländegewinne in und um die strategisch und symbolisch wichtige Stadt vermeldet.

05.03.2023, Ukraine, Bachmut: Ukrainische Soldaten kauern in einem Schützengraben unter russischem Beschuss an der Frontlinie in der Nähe von Bachmut. Foto: LIBKOS/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Russland und die Ukraine tragen um Bachmut einen brutalen Stellungskrieg aus.Bild: AP / LIBKOS

7.55 Uhr: Klingbeil sichert Ukraine in Kiew weitere Hilfe zu

Die SPD-Spitzen Lars Klingbeil (Bundesvorsitzender) und Rolf Mützenich (Fraktionschef) sind am Montag überraschend nach Kiew gereist. Bei einem Treffen mit Bürgermeister Vitali Klitschko sicherte Klingbeil dem attackierten Land uneingeschränkte Unterstützung zu. "Rolf Mützenich und ich sind jetzt hier, um mit vielen Gesprächspartnern in der Ukraine zu sprechen und zu schauen, wie weitere Unterstützung aussehen kann. Und vor allem um klarzumachen, diese Unterstützung, die wir leisten, die geht uneingeschränkt weiter", sagte Klingbeil.

Klitschko wertete den Besuch der SPD-Spitzen als "ein wahnsinnig wichtiges Signal in die Ukraine und außerhalb der Ukraine".

6.06 Uhr: Wagner-Chef droht Putin mit Bachmut-Rückzug

Seit Wochen mehren sich die Meldungen über eine wachsende Kluft zwischen dem Kreml und seiner wichtigsten Söldner-Einheit, der Wagner-Gruppe. Wegen anhaltender Streitigkeiten über die Versorgung der Truppe mit Munition hat deren Anführer, Jewgeni Prigoschin, jetzt eine Drohung an Russlands Präsidenten Wladimir Putin geschickt.

"Wenn Wagner sich jetzt aus Bachmut zurückzieht, wird die gesamte Front zusammenbrechen", sagte Prigoschin in einem am Wochenende verbreiteten Video auf Telegram. Die Stadt in der ostukrainischen Region Donezk ist wegen ihrer strategisch wichtigen Lage seit Kriegsbeginn hart umkämpft.

Mit Blick auf den angeblich ausgebliebenen Munitionsnachschub sagte der Wagner-Chef: "Im Moment versuchen wir herauszufinden, was der Grund dafür ist: Ist es nur gewöhnliche Bürokratie oder ein Verrat."

ARCHIV - 04.07.2017, Russland, Moscow: Jewgeni Prigoschin, russischer Geschäftsmann, aufgenommen vor einem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi im Krem ...
Jewgeni Prigoschin leitet die Wagner-Gruppe, eine brutale Söldner-Einheit, die für Russland in der Ukraine kämpft.Bild: Pool EPA via AP / Sergei Ilnitsky

5. März

15.41 Uhr: Ukraine hält Angriffen in Bachmut weiter stand

Laut ukrainischem Generalstab setzt Russland "seine Versuche fort, Bachmut zu umzingeln". Die ukrainische Armee hält nach eigenen Angaben noch immer stand, wie es am Sonntag hieß. Allein am Samstag seien "mehr als 130 feindliche Angriffe" abgewehrt worden, insbesondere in Bachmut, Kupjansk, Lyman und Awdijiwka. Armeesprecher Sergej Tscherewaty sprach von einer Lage, die "schwierig", aber unter Kontrolle sei. Die Stadt ist seit vergangenem Sommer umkämpft.

12.40 Uhr: Russlands Verteidigungsminister im Kriegsgebiet

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat laut Moskau Kommandeure seiner Armee im Kriegsgebiet in der Ukraine getroffen. Dort informierte er sich demnach über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen an der Front. Dies teilte das Verteidigungsministerium Russlands am Sonntag mit. Auf tonlosen Aufnahmen sind neben dem 67-Jährigen auch Waleri Gerassimow, der Generalstabschef und Kommandeur der russischen Truppen in der Ukraine und dessen Stellvertreter Sergej Surowikin zu sehen.

Bereits am Samstag war bekannt gegeben worden, dass Schoigu ins Frontgebiet gereist sein soll. Demnach zeichnete er im ostukrainischen Donbass auch russische Soldaten mit Orden aus. Wie nah Schoigu sich dabei tatsächlich an der Front aufhielt, ist unklar.

5.03 Uhr: Selenskyj will Ukraine weiter an EU annähern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Kooperation mit europäischen Institutionen verstärken und die Ukraine weitere Schritte in Richtung EU führen. "Die Aufgabe besteht darin, aktiv alles für die Mitgliedschaft unseres Landes in der Europäischen Union vorzubereiten, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu erhöhen und die Sanktionen gegen Russland zu verstärken", sagte Selenskyj am Samstagabend. Dazu hätten er und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola auch bei einem persönlichen Treffen gesprochen.

24.02.2023, Ukraine, Kiew: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht während seiner Pressekonferenz anlässlich des einjährigen Jahrestages des Ukraine-Krieges. Die russische Armee hatte die  ...
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die die Ukraine weitere Schritte in Richtung EU führen.Bild: AP / Efrem Lukatsky

Er hofft bereits auf Beitrittsverhandlungen in diesem Jahr. Den Angriffskrieg Russlands führt er als Argument für einen EU-Beitritt an, nicht als Hindernis. Auch beim Gespräch mit Metsola sei es darum gegangen, die Forderungen der EU-Kommission so schnell wie möglich zu erfüllen, um so schnell wie möglich mit den Verhandlungen beginnen zu können.

6.12 Uhr: Kiew beziffert russische Verluste in Bachmut auf 500 Mann pro Tag

Menschen sterben in der Ukraine, derzeit vor allem in Bachmut. In der seit Monaten andauernden Schlacht um die Stadt in der Ostukraine gibt es aber enorm hohe Verluste, wie Kiew mitteilt. Allerdings sprechen die ukrainischen Behörden hier von russischen Verlusten. "Die Verluste der Russen belaufen sich jeden Tag auf bis zu 500 Gefallene und Verletzte", sagte der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow der "Bild am Sonntag". Die Soldaten seien somit "Kanonenfutter" in der von Moskau genutzten "Taktik des Fleischwolfs". Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig prüfen.

4. März

23.01 Uhr: Kleines Mädchen unter Opfern russischen Raketenangriffs

Nach dem Raketenangriff auf einen Wohnblock in der Großstadt Saporischschja sind mindestens elf Menschen getötet worden, wie Behörden des Landes berichteten. Aus den Trümmern sei auch ein acht Monate altes Mädchen geborgen worden. "Das Mädchen ist zusammen mit seiner Familie gestorben", hie0 es auf dem Telegram-Kanal des Zivilschutzes. Die Such- und Bergungsarbeiten gehen weiter. Es wird mit weiteren Menschen unter den Trümmern gerechnet.

02.03.2023, Ukraine, Saporischschja: Feuerwehrleute des ukrainischen Katastrophenschutzes inspizieren ein beschädigtes Haus nach einem russischen Raketenanschlag. Die Rakete habe in der Nacht zum 02.0 ...
Immer wieder kommt es in Saporischschja zu Angriffen auf Wohnhäuser.Bild: AP / Kateryna Klochko

Saporischschja ist die Hauptstadt des im Herbst von Russland annektierten gleichnamigen Gebiets im Südosten der Ukraine. Russland hat die Großstadt mit ehemals 700.000 Einwohnern nie eingenommen. Derzeit verläuft die Front weniger als 50 Kilometer von der Stadt entfernt. Saporischschja ist daher relativ häufig Ziel russischer Raketen- und Artillerieangriffe.

13.25 Uhr: EU-Parlamentspräsidentin: Kampfjetlieferungen ernsthaft erwägen

February 9, 2023, Brussels, Belgium: Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy, left, and European Parliament President Roberta Metsola right, stand for the national anthems during the arrival ceremony  ...
Roberta Metsola dringt auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen an die Ukraine.Bild: Pool / Ukrainian Presidentia / imago images

Geht es nach der Meinung von EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, sollte die EU die Waffenlieferungen an die Ukraine ausweiten: "Die Mitgliedstaaten sollten ernsthaft erwägen, Kampfflugzeuge in die Ukraine zu schicken", sagte Metsola am Samstag am Rande eines Besuchs in der westukrainischen Großstadt Lwiw. Kiew sollte alles an Ausrüstung zur Verfügung gestellt werden, um gegen Russland zu siegen.

ARCHIV - 23.02.2022, Rheinland-Pfalz, Spangdahlem: Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35 fliegt über der Eifel bei Spangdahlem. Die US-Streitkräfte haben bereits vor einigen Tagen Tarnkappenjets auf den L ...
US-Kampfflugzeug vom Typ F-35: Bisher gab es noch keine Lieferungen von Kampfjets an die Ukraine (Symbolbild).Bild: dpa / Harald Tittel

7.15 Uhr: Heftige Kämpfe um zerstörte Stadt Bachmut gehen weiter

Die Gefechte um die ostukrainische Stadt Bachmut gehen weiter. "Der Feind ist weiterhin bemüht, die Stadt einzukreisen", teilte der ukrainische Generalstab am Abend in seinem täglichen Lagebericht am Freitagabend mit. Doch anders als die russische Seite, betont die Ukraine, dass sie den Angriffen noch standhalte. So seien eine Serie von Angriffen an verschiedenen Schwerpunkten rund um Bachmut von den ukrainischen Verteidigern abgewehrt worden. Die einst 74.000 Einwohner zählende Stadt ist mittlerweile fast völlig zerstört. Derzeit leben nach Schätzungen der Behörden nur noch rund 5000 Zivilist:innen in der Stadt.

ARCHIV - 27.12.2022, Ukraine, Bachmut: Nach Angriffen steigen über den Außenbezirken der Stadt Bachmut Rauchschwaden in die Luft. Am 24. Februar 2023 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskrieg ...
Rauch schwebt über der umkämpften Statd.Bild: AP / Libkos

6.44 Uhr: China betont Gemeinsamkeiten mit EU

Zwar sind die EU und China sich nicht immer einig über den Krieg in der Ukraine. Trotzdem sieht China keine grundlegenden strategischen Differenzen und Konflikte" zwischen beiden Seiten. Dies sagte der Sprecher der Sonntag beginnenden Jahrestagung des Volkskongresses, Wang Chao. Er sprach über die Gemeinsamkeiten, ließ die Differenzen außen vor. Nach den Worten Chinas betrachtet das Land Europa als "umfassenden strategischen Partner". Die Unstimmigkeiten "einige Fragen" betreffend seien angesichts der unterschiedlichen Geschichte, Kultur, Entwicklung und Ideologie völlig normal.

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Den Krieg selbst sprach Chao nicht an. Seit der Invasion vor einem Jahr hat Chinas Führung Russlands Präsidenten Wladimir Putin politisch Rückendeckung gegeben. Das Land hat die USA und Nato als eigentliche Verursacher des Konflikts dargestellt. Eine Unwahrheit aus europäischer Sicht.

5.01 Uhr: USA sagen Ukraine neue Militärhilfe zu

Die USA unterstützen die Ukraine weiter. Nun stellen die Vereinigten Staaten eine neue Militärhilfe im Wert von 400 Millionen US-Dollar bereit. Das sind etwa 377 Millionen Euro. Dazu gehören vor allem Munition, etwa für die von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfer, wie das US-Außenministerium am Freitag mitteilte.

Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine findest du hier.

Kein Rafah-Termin: Israels Verteidigungsminister widerspricht Netanjahu

Israels Verteidigungsminister Joav Galant hat Medienberichten zufolge seinem US-Kollegen Llyod Austin mitgeteilt, dass es noch keinen Termin für eine Bodenoffensive gegen die Stadt Rafah im Gazastreifen gibt. Galant habe damit der Darstellung seines Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu widersprochen, berichteten am Dienstagabend übereinstimmend die israelischen Zeitungen "Haaretz", "Times of Israel" sowie das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf informierte Quellen.

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