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Israel-Krieg: Ex-Berater von Obama schockt mit Aussagen zu toten Kindern

Der Ex-Diplomat wirft in den Videos mit massiven Beleidigungen um sich.
Der Ex-Diplomat wirft in den Videos mit massiven Beleidigungen um sich.Bild: X / arnaud bertrand
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Israel-Krieg: Ex-Berater von Obama schockt mit Aussagen zu toten Kindern

22.11.2023, 16:16
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Auf Social Media gehen derzeit Videos von einem Ex-Berater des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama viral. Es hagelt massive Kritik an dem Mann. Eine Lobbygruppe hat die Beziehungen zu dem Ex-Diplomaten nun abgebrochen. Denn Stuart Seldowitz macht in den Aufnahmen schockierende Aussagen. Unter anderem ist er darin zu sehen, wie er islamfeindliche Bemerkungen und Drohungen gegenüber einem Mitarbeiter eines Imbisswagens macht. Und die haben es in sich.

Die Videos wurden zunächst von einem Studenten der Columbia University auf X (früher Twitter) gepostet. Seldowitz sagt darin etwa, dass die Tötung von 4000 palästinensischen Kindern "nicht genug war".

Ex-Diplomat Seldowitz entsetzt mit rassistischen Beleidigungen

Seldowitz war unter Obama stellvertretender Direktor der Direktion für Südasien des Nationalen Sicherheitsrates. Von 1999 bis 2003 war er außerdem stellvertretender Direktor und höherer politischer Referent im Büro für israelische und palästinensische Angelegenheiten des US-Außenministeriums. Er hatte bis zuletzt hohe Positionen inne.

Nun verliert er wegen der viralen Videos massiv an Ansehen.

Wer die Aufnahmen sieht, dürfte schockiert sein. In dem zweiminütigen Video hat Seldowitz sein Handy in der Hand und spricht mit einem Mann, der sich offenbar in einem Imbisswagen befindet. Seldowitz erwähnt seine "Freunde bei der Einwanderungsbehörde" und sagt: "Die Mukhabarat will ein Foto von dir", womit er sich auf den ägyptischen Geheimdienst bezieht.

Der Ex-Diplomat Stuart Seldowitz hört nicht auf, den Mann zu beleidigen.
Der Ex-Diplomat Stuart Seldowitz hört nicht auf, den Mann zu beleidigen.Bild: x / arnaud bertrand

Und weiter: "Die Mukhabarat in Ägypten werden deine Eltern holen. Mag dein Vater seine Fingernägel? Sie werden sie einen nach dem anderen ausreißen", fährt er fort. Der Mann, den er anspricht, fordert ihn wiederholt auf, zu gehen. Er spreche kein Englisch. Doch Seldowitz hört nicht auf: "Sag mir, warum ich gehen soll? Ich stehe hier. Ich bin ein Amerikaner. Es ist ein freies Land. Es ist nicht wie Ägypten", antwortet er.

Daraufhin fragt Seldowitz wiederholt: "Hast du deine Tochter vergewaltigt, wie Mohammed es tat?" Als der Mann erneut sagt, er spreche kein Englisch, nennt Seldowitz ihn "ignorant". "Muhammad, der Prophet: Er war ein Vergewaltiger", schießt er weiter gegen den Mann.

Dann fragt Seldowitz, ob sein Gegenüber Arabisch spreche, "die Sprache des Korans". "Der heilige Koran, den manche Leute als Toilette benutzen. Was halten Sie davon, Leute, die den Koran als Toilette benutzen? Stört Sie das?", fragt er und lacht. Dann beschimpft er den Mann, weil er kein Englisch spricht:

"Deshalb verkaufst du ja auch Essen in einem Imbisswagen, weil du unwissend bist. Aber du solltest Englisch lernen, das wird dir helfen, wenn sie dich zurück nach Ägypten abschieben und die Mukhabarat dich befragen will."

Israel-Krieg: Seldowitz macht schreckliche Aussagen zu toten Kindern

Ein zweites Video zeigt Seldowitz, wie er zwei Anstecknadeln an die Fenster des Essenswagens hält: Auf einem steht Israel, der andere ist schwer zu erkennen. "Es ist nicht meine Schuld, dass Sie zu einem Kriminellen beten", sagt Seldowitz, als der Mitarbeiter des Imbisswagens die Fenster öffnet. Der Angestellte bittet Seldowitz, zu gehen. Seldowitz aber weigert sich.

Der Ex-Diplomat hält zwei Anstecknadeln an das Fenster des Imbisses.
Der Ex-Diplomat hält zwei Anstecknadeln an das Fenster des Imbisses.Bild: x / arnaud bertrand

"Ich werde hier große Schilder aufstellen, auf denen steht: 'Dieser Typ glaubt an die Hamas'", sagt der Ex-Diplomat weiter und beschuldigt den Verkäufer, keine Genehmigung oder kein Visum zu haben. Als der Verkäufer sagt, er sei amerikanischer Staatsbürger, fragt Seldowitz, wie er Staatsbürger geworden sei, und nennt ihn einen "Terroristen". "Sie unterstützen das Töten von kleinen Kindern. Sie sind ein schrecklicher Mensch", sagt Seldowitz.

Der Verkäufer antwortet daraufhin: "Sie töten Kinder, nicht ich." Seldowitz sagt: "Wenn wir 4000 palästinensische Kinder getötet haben, wissen Sie was, es war nicht genug. Es war nicht genug."

Ex-Diplomat fiel schon vorher mit extremen Meinungen auf

Im Oktober wurde Seldowitz in einem einstündigen Podcast von Amy Peikoff zum Krieg zwischen Israel und Hamas befragt. Peikoff ist die ehemalige Leiterin von Parler, einem sozialen Netzwerk für "freie Meinungsäußerung", das vorwiegend von rechten User:innen wegen der fehlenden Moderation von Inhalten genutzt wird.

Dort sagte er laut "Vice News", ausschließlich die Hamas trage die Schuld am Tod palästinensischer Zivilist:innen und bezeichnete Berichte über die schlechten Bedingungen in Gaza als übertrieben. "Die Israelis werden und haben in der Vergangenheit fast alles getan, was vernünftigerweise erwartet werden kann, um die Zahl der zivilen Opfer so gering wie möglich zu halten", sagte er und bezeichnete die israelischen Verteidigungskräfte als "moralische Armee".

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Seldowitz sagte Peikoff auch, dass es für Amerikaner "sehr schwer" sei, eine Beziehung zu den Palästinensern aufzubauen, "weil ihre Kultur, ihre Geschichte, ihre Religion und so weiter so anders ist als die der meisten von uns".

USA: Lobbygruppe beendet Beziehungen zu Seldowitz

Es war erst im November, als die Lobbygruppe Gotham Government Relations in einer Pressemitteilung verkündet hatte, dass Seldowitz den Vorsitz für auswärtige Angelegenheiten übernehme. Am Dienstagnachmittag gab Gotham auf X jedoch bekannt, die Beziehungen zu dem ehemaligen Obama-Berater beendet zu haben:

"Gotham Government Relations hat jede Verbindung mit Stuart Seldowitz beendet, einer Person, die seit Jahren nichts mehr zu unserer Arbeit beigetragen hat. Das Video seiner Handlungen ist abscheulich, rassistisch und unter der Würde der Standards, die wir in unserer Firma praktizieren."
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