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"Was für ein Kitsch": Lauterbach geht FDP auf Twitter an

Karl Lauterbach 2021-01-27, Berlin, Bundespressekonferenz: Eine aus FDP, SPD und Die Linke bestehende Initiative von Abgeordenten des Deutschen Bundestags stellt ihren Gesetzesentwurf zu Regelungen de ...
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, wirft der FDP vor, in erster Linie an Umsatz zu denken.Bild: imago images / Jürgen Heinrich
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"Was für ein Kitsch": Lauterbach geht FDP auf Twitter an

03.03.2021, 15:2603.03.2021, 16:30

Der SPD-Politiker und Wissenschaftler Karl Lauterbach ist seit Beginn der Pandemie ständig als Mahner präsent – und wird dafür immer wieder angefeindet. Er wurde bereits als Panikmacher, Prophet des Untergangs, und ewiger Besserwisser bezeichnet. All das nimmt Lauterbach normalerweise recht ruhig hin. Auf ein Bild der FDP reagierte er jetzt aber ungewohnt emotional.

Auf dem Bild sieht man FDP-Chef Christian Lindner bei einer Pressekonferenz. Hinter ihm hängt ein Banner der FDP, auf dem steht "Öffnungsperspektiven. Stufe für Stufe". Darunter ist eine gelbe Treppe abgebildet.

Lauterbach wirft FDP vor nur an "Umsatz" zu denken

Ein Twitter-Nutzer postete das Bild mit dem Kommentar: "Im Hintergrund sehen wir die Stufen des kommenden Anstiegs der Inzidenzzahlen. #fdp endlich mal ehrlich." Lauterbach retweetete das und setzte noch nach:

Er wirft der Partei vor, in erster Linie an den Umsatz zu denken und dafür die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen. "Und es sterben Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, die unseren Schutz dringend brauchen. Dazu ruinieren viele Jüngere ihr Leben mit #LongCovid", schreibt Lauterbach. Der Tweet wurde bereits vielfach retweetet und geliket.

FDP fordert klare Öffnungsperspektive

Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion antwortete daraufhin: "Lieber Herr Lauterbach, danke fürs Teilen. Es gibt Menschen, die sich momentan nichts sehnlicher wünschen als ihr Geschäft wieder aufmachen zu können. Für die Freiheit dieser Menschen ist die FDP gerne der politische Ansprechpartner."

Zuletzt hatte FDP-Chef Lindner die Überlegungen von Bund und Ländern für die weitere Corona-Politik erneut kritisiert. Die Verbindung von einer breiten Anwendung von Schnelltests und den weiteren Öffnungsschritten sei "paradox", sagte er am Dienstag in Berlin. Wenn die Zahl der Tests ausgeweitet werde, gebe es "Kraft der Natur der Sache mehr positiv Getestete". In diesem Vorgehen sei ein "dauerhaft verlängerter Lockdown angelegt". Die FDP fordert eine klare Öffnungsperspektive.

Auch Lauterbach hatte sich in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" für Lockerungen ausgesprochen. Eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns hält er für nicht zielführend, da dieser zu schwach sei, um eine dritte Welle aufzuhalten. Stattdessen schlug Lauterbach Öffnungen und regelmäßige Tests vor.

(pas/mit Material von afp)

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