Seit über einem Monat gehen die Menschen im Iran auf die Straße, um für Freiheit und Menschenrechte und gegen das islamische Herrschaftssystem zu demonstrieren. Auslöser war der Tod von der 22-jährigen iranischen Kurdin Mahsa Amini. Sie wurde von der Sittenpolizei getötet, weil sie ihr Kopftuch nicht richtig getragen hatte und damit die Zwangsvorschriften nicht eingehalten haben soll.
Inzwischen sind bei den landesweiten Protesten der Iraner:innen nach Einschätzungen von Menschenrechtler:innen mehr als 240 Menschen getötet worden. Mehr als 12.000 Menschen seien zudem festgenommen worden.
Seit vielen Jahren ist die inzwischen 80-jährige Gohar Eshghi ein Symbol des Widerstandes gegen das iranische Regime. Ihr Sohn Sattar Beheshti starb im Oktober 2012 unter Folter im Ewin-Gefängnis, da er sich auf seinem Blog regimekritisch äußerte. Er wurde nur 35 Jahre alt. Seit diesem Schicksalsschlag setzt sich Eshghi das Ziel, den Tod ihres Sohnes zu rächen.
Im Iran verbreitet sich ein Video von ihr, in dem sie ihr Kopftuch aus Solidarität abnimmt. Dabei hält sie ein Porträt ihres Sohnes in die Kamera und sagt mit ruhiger Stimme:
Als Feiglinge betitelt Eshghi also diejenigen, die während den Protesten in ihren Häusern bleiben und nicht auch auf die Straßen gehen. Jede:r solle nun gegen das Regime kämpfen.
In der Vergangenheit versuchten die Behörden immer wieder, die Freiheitskämpferin zum Schweigen zu bringen. So kam sie zum Beispiel im Dezember 2021 mit Verletzungen an Gesicht und Kopf ins Krankenhaus. Zwei Männer hatten sie angegriffen und auf den Boden geworfen.
Für ihr Statement und ihre Aktion erhält die 80-Jährige internationale Unterstützung. Auch in Deutschland wird sie inzwischen als Heldin gefeiert: "Meine Heldin der Woche ist Gohar Eshghi. Was für eine starke Iranerin, die mit 80 Jahren dem islamistischen Regime den Kampf ansagt, und für die Freiheit ihre Landsleute aufruft", schreibt ein Twitter-User.
Eine andere Nutzerin hält fest: "Eben die Geschichte von Gohar Eshghi gelesen. Kein Regime der Welt kann Mütter und Väter aufhalten, denen die Kinder genommen wurden."