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Griechenland und Türkei: Erschossener Geflüchteter? Athen widerspricht

Menschen an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland.
Menschen an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland. Bild: imago images / Xinhua
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Türkei spricht von einem Toten an der griechischen Grenze – Griechenland widerspricht

04.03.2020, 12:2004.03.2020, 14:22
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Am Mittwoch ist es erneut zu turbulenten Szenen an der griechischen Grenze zur Türkei gekommen. Reporter berichteten, dass die griechischen Sicherheitskräfte wieder Tränengas gegen ankommende Geflüchtete einsetzten.

  • Laut den türkischen Behörden schossen Sicherheitskräfte außerdem mit "scharfer Munition" auf eine Gruppe Geflüchteter. Ein Flüchtling sei dabei erschossen worden, hieß es von türkischer Seite.
  • Zwei Videos zirkulieren derzeit dazu auf Twitter, sie sollen den Zusammenstoß an der Grenze zeigen. In einem Video ist ein mit Blut überströmter Mensch zu sehen.
  • Aber: Der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas widersprach dem Bericht aus der Türkei. Es handele sich um "Fake News". Es gebe keine Vorfälle, bei denen griechische Sicherheitskräfte scharf schießen würden.
  • Ein Video legt indessen nahe, dass griechische Behörden durchaus scharf schießen. In der Aufnahme, die die türkische Regierung ausländischen Journalisten zuspielte, soll unter anderem zu sehen sein, wie die griechische Küstenwache 2 Warnschüsse auf ein Schlauchboot voller Migranten abgibt.
  • Bei den Migranten vor der Grenze handele sich um eine organisierte, konzertierte Aktion, sagte Petsas weiter. Die Menschen würden gezielt mit Bussen von türkischen Städten aus an die Grenze gebracht und per Kurzmitteilungen über die angeblich offene Grenze informiert.
  • Laut Petsas setzte das türkische Militär Tränengasgeschosse an der ostgriechischen Grenze ein.

Die Lage an der EU-Grenze

Seit der Öffnung der türkischen Grenze zu Griechenland Ende vergangener Woche versuchen tausende Geflüchtete, in die EU zu gelangen.

Die griechische Regierung wies in den vergangenen Tagen immer wieder Vorwürfe zurück, Grenzschützer würden mit scharfer Munition feuern. Die Sicherheitskräfte hätten den Befehl, nicht zu schießen.

(ll/mit afp)

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