
Jewgeni Prigoschin ist in der jüngsten Vergangenheit immer wieder mit dem Kreml aneinandergeraten.Bild: IMAGO/ZUMA Wire / Pool Wagner Group
Russland
Die Anordnung kommt für den russischen Oligarchen und Chef der mörderischen Söldnergruppe Wagner zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Gerade konnte er den "Erfolg" der Einnahme Bachmuts für sich beanspruchen, da will der Kreml ihm die Befehlsgewalt entziehen.
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Denn: Russlands Verteidigungsministerium will alle russischen Freiwilligenverbände per Anordnung unter seine Kontrolle bringen. Bis zum 1. Juli müssten alle diese Einheiten einen Vertrag mit der Behörde unterzeichnen. Das teilte der stellvertretende Verteidigungsminister Nikolai Pankow in Moskau mit.
Vorausgegangen war ein andauernder Streit mit der Wagner-Gruppe. Prigoschin hatte Verteidigungsminister Sergej Shoigu mehrfach vorgeworfen, die Bemühungen seiner Söldner zu unterdrücken und auch Munition zurückzuhalten.
Am Montag hat das russische Verteidigungsministerium eigenen Angaben zufolge auch bereits eine erste Privatarmee unter Vertrag genommen. Das Dokument sei zwischen dem Ministerium und der Spezialeinheit Achmat unterzeichnet worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde am Montag. Achmat gilt als Privatarmee des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow – auch "Putins Bluthund" genannt.
Doch Prigoschin will sich querstellen.
Denn "Putins Koch", wie Prigoschin auch genannt wird, teilte am Sonntag mit, er weigere sich, solch einen Vertrag zu unterschreiben. Russischen Angaben zufolge gibt es rund 40 Privatverbände, die auf Seite Moskaus gegen die Ukraine kämpfen. Prigoschin ist der Auffassung, Schoigu sei kaum in der Lage, die regulären Truppen ordentlich zu führen, damit disqualifiziere er sich demnach, auch Privatarmeen zu führen.
Kadyrow und Prigoschin streiten sich
Kadyrow und Prigoschin galten lange Zeit als Tandem im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und kritisierten gemeinsam Generalstab und Verteidigungsministerium wegen der ihrer Ansicht nach falschen Taktik und eines zu weichen Vorgehens. Allerdings haben sich Söldnerchef und Tschetschenenführer zuletzt öffentlich zerstritten.
Während Prigoschin den Tschetschenen vorwarf, sie seien auf dem Schlachtfeld nicht zu sehen, sondern drehten hauptsächlich Tik-Tok-Videos, machte Kadyrow sein Gegenüber für die hohen russischen Verluste vor Bachmut verantwortlich.
Prigoschin hatte vergangenes Jahr mehrere Tausend Häftlinge aus russischen Straflagern rekrutiert, die er dann mit wenig bis keiner Kampferfahrung direkt an die Front in Bachmut schickte. Viele nannten die Front in Bachmut daher auch "Fleischwolf". Auch Angehörige von verstorbenen Soldaten meldeten sich mit heftigen Vorwürfen gegen den Wagner-Chef.
Kadyrows Armee hingegen verlagerte sich erst später nach Bachmut.
Der Tschetschenenführer ist erst kürzlich wieder in die Schlagzeilen geraten, weil er Rache für Drohnenangriffe in der Region um die russische Hauptstadt Moskau ankündigte.
Er forderte zunächst die Verhängung des Kriegsrechts in Russland, um härter gegen die Ukraine vorzugehen. In seinem Blog im Nachrichtenportal Telegram verkündete er zudem: "Wir werden in der Zone der militärischen Spezialoperation bald zeigen, was Rache im ganzen Sinne des Wortes ist."
(Mit Material der dpa)
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