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CDU sperrt "ZDF heute show" aus: Welke beschwert sich

Paul Ziemiak CDU im Gespr
So sollte es eigentlich sein: Die "heute-show" interviewt CDU-Politiker Paul Ziemiak.Bild: imago images / Klaus Martin Höfer
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CDU sperrt "heute-show" aus: Moderator beschwert sich nach Eklat auf Wahlparty

26.02.2025, 08:29
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Die Pressefreiheit ist ein wichtigstes Gut in einer Demokratie und einem Rechtsstaat. Journalist:innen blicken der Politik auf die Finger und ordnen sie objektiv ein, die Parteien wiederum können die Medien als Sprachrohr für ihre Inhalte nutzen.

Auch im Falle von Satiriker:innen gilt das: Sie können die handelnden Personen in die Pfanne hauen, Lacher produzieren und Politik anders zugänglich machen. Und die Politiker:innen können sich durch Schlagfertigkeit oder Selbstironie auch mal sympathischer und nahbarer zeigen – oder eben nicht.

Denn nicht alle verfügen über diese Fähigkeit oder sind einfach zu eitel. Der wohl kommende Kanzler Friedrich Merz etwa schweigt seit Jahren konsequent, wenn die Reporter der "heute-show" ihn ansprechen.

Bei der CDU haben Satire-Shows zuletzt aber ganz generell einen schwierigen Stand. Das beklagte nun auch Oliver Welke.

CDU-Wahlparty: "extra3" fliegt raus – "heute-show" ausgeschlossen

Der langjährige Moderator der "heute-show" sprach in der neuen Folge des Podcasts "Kalk & Welk" mit seinem Co-Host, Komiker Oliver Kalkofe, über die Bundestagswahl. Dabei machte Welke auch auf das Schicksal eines Kollegen aufmerksam: Maxi Schafroth, Reporter für die Satire-Show "extra3" wurde bei der CDU-Wahlparty am Sonntagabend rausgeworfen.

Aus einem "extra3"-Post auf Instagram geht hervor, dass ihn die Security abführte, nachdem Schaffroth Richtung des CSU-Chefs "Markus, Markus" rief und ein Buch mit dem Titel "Regieren für Anfänger – 100 Tipps von Markus Söder" hochhielt. Die CDU-Pressestelle habe den Vorfall demnach als "Missverständnis" bezeichnet, das "extra3"-Team sei später wieder auf die Party gelassen worden.

Doch der Eindruck verfestigt sich, dass die CDU keinen Spaß versteht. Auch Welke kann das bestätigen. So erklärte er im Podcast, dass die "heute-show" gar seit einigen Wochen nicht mehr bei der CDU akkreditiert wird.

CDU hat angeblich keinen Platz für "heute-show"

Die Begründung sei jedes Mal, dass es nicht genug Platz gebe. Deshalb habe man für den Wahlsonntag extra eine Kollegin akkreditiert, "die sie gar nicht kennen können, weil die neu ist". Diese sei akkreditiert worden, obwohl es zuvor geheißen habe, es sei überfüllt.

Anschließend sei die CDU jedoch wohl darauf aufmerksam geworden, dass die Kollegin bei der "heute-show" arbeitet und sei wiederum mit der gleichen Begründung dann doch abgelehnt worden. Welke kommt daher zu dem Schluss, dass die Show ein "Hausverbot" bei der CDU hat.

Bereits Anfang 2024 machte "heute-show"-Moderator Fabian Köster einen Beitrag darüber, wie er sich auf eine CDU-Veranstaltung sneakt, obwohl er keine Akkreditierung bekommen hatte – wieder aus Kapazitätsgründen.

Friedrich Merz soll laut Welke lernen, über sich zu lachen

Welke adressiert bei diesem Problem vor allem den CDU-Chef und wohl kommenden Kanzler Friedrich Merz. Dieser solle sich ein Beispiel etwa an Philipp Amthor nehmen. Der Unions-Jungpolitiker wird regelmäßig von Köster und anderen "heute-show"-Reporter:innen aufgezogen, nimmt das aber mit Humor.

Auch von Merz wünscht sich Welke daher mehr "Selbstironie" und die Fähigkeit "über sich lachen" zu können.

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