Markus Lanz leistete sich einen Beinahe-Fauxpas.
Markus Lanz leistete sich einen Beinahe-Fauxpas.null / Markus Hertrich

"Grausames Gesicht des Krieges" – ZDF äußert sich zu Lanz' "Propaganda"-Shitstorm

06.04.2022, 22:28

Moderator Markus Lanz steht während seiner Sendung unter ständiger Beobachtung. Nun hat er für eine Formulierung in der ZDF-Talkrunde "Markus Lanz" Kritik im Netz auf sich gezogen. Eigentlich hatte er diese noch im Gesprächsverlauf wieder zurückgezogen. Der Shitstorm kam dennoch.

"Das Pietätloseste": Twitter-Nutzer verurteilen "Propaganda"-Aussage

Wie es dazu kam: ZDF-Kriegsreporterin Katrin Eigendorf berichtete in der am Dienstagabend ausgestrahlten Sendung von ihren eigenen Eindrücken von den Gräueltaten in dem ukrainischen Ort Butscha. Journalisten seien von ukrainischer Seite dorthin geführt worden.

Lanz äußerte in dem Kontext, man werde in dem Falle dann auch Teil der "ukrainischen Propaganda". Eigendorf antwortete, dass sie das nicht so bezeichnen würde. Lanz warf dann sofort ein: "Propaganda ist der falsche Begriff." Auf Twitter kam es wegen seiner Wortwahl sofort zu einem Shitstorm. So verurteilte ein Tweet die Aussage des Moderators scharf – und stieß auf besonders große Resonanz:

Dass Lanz die Reporterin fragt, ob ihre Arbeit in Butscha zur Dokumentation der Kriegsverbrechen denn noch neutral oder man Teil einer „ukrainischen Propaganda“ sei, ist das Pietätloseste, was ich seit langem im Fernsehen gesehen habe.

Eine andere Userin bezeichnete Lanz' Aussage als "Unverschämtheit". Sie twitterte: "Wie kann Lanz die Bilder aus Bucha als Teil ukrainischer Propaganda bezeichnen und anzweifeln, dass es sinnvoll ist, diese Bilder offen zu zeigen? Was ist los diesem Mann? Sind diese Bilder nicht Teil notwendiger Dokumentation?"

ZDF rechtfertigt Aussage wegen differenziertem "Gespräch"

Lanz selbst äußerte sich außerhalb der Sendung noch nicht zur Kritik. Auf Anfrage teilte ZDF am Mittwochnachmittag mit: "Im Schaltgespräch mit ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf über ihre Eindrücke aus Butscha stellte Markus Lanz unter anderem die Frage, an welcher Stelle Journalistinnen und Journalisten bei der von dem ukrainischen Innenministerium geführten Tour durch Butscha auch als "Teil des Geschehens" miteinbezogen werden könnten."

Lanz habe in der Folge sofort eingeräumt, dass Propaganda der falsche Begriff sei. Von dem öffentlich-rechtlichen Sender hieß es weiter:

"Die Kritik im Netz an dieser in der Sendung sofort wieder zurückgenommenen Formulierung übersieht, dass es ein informatives und differenziertes Gespräch über das grausame Gesicht des Krieges und über die Bilder war, die als Ausschnitte der Kriegsrealität immer akribisch verifiziert werden müssen."

(ast / mit Material von dpa)

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