
Die grüne Außenministerin Annalena Baerbock ist ebenfalls beim Weltwirtschafts-Forum im Schweizer Davos.Bild: imago images / photothek
Deutschland
17.01.2024, 17:4317.01.2024, 19:17
Derzeit findet das Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos statt. Dabei handelt es sich um eine Lobby-Organisation und eine Schweizer Stiftung, die aber in erster Linie für ihr Jahrestreffen bekannt ist. Es ist das wichtigste regelmäßige Treffen von Expert:innen, hochrangigen Politiker:innen und Journalist:innen weltweit zu Themen der Wirtschaftspolitik.
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Der wohl prominenteste Gast in diesem Jahr ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der seit dem russischen Überfall auf sein Land das erste Mal in die Schweiz reiste. Ebenfalls auf der Liste stehen der israelische Staatspräsident Isaac Herzog und Ministerpräsidenten aus Katar, dem Irak, Jordanien und dem Libanon.
Auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte einen Auftritt, bei dem sie gleich zweifach für Aufregung sorgte.
Baerbock-Äußerung in Davos sorgt für Belustigung
Die Worte Baerbocks standen in diesem Jahr im Zeichen der Geopolitik und weltweiter Konflikte. Bei einer Podiumsdiskussion sprach die Außenministerin über den Nahost-Konflikt. Doch ihre Wortwahl erheiterte zahlreiche X-User.
Baerbock erklärte zunächst: "We are calling for a sustainable ceasefire" – also auf Deutsch "Wir fordern einen nachhaltigen Waffenstillstand". Anschließend sagte Baerbock: "Because I believe that a ceasefire unfortunately doesn't fall from the sky".
Was sie meinte: Ohne Aufwand ist ein Waffenstillstand nicht zu erreichen. In diesem Zusammenhang wirkte die Formulierung jedoch etwas unpassend.
Einige fühlten sich auf X, früher Twitter anschließend daran erinnert, als Baerbock vor rund einem Jahr bei der Münchner Sicherheitskonferenz auftrat. Damals wollte sie – ebenfalls bei einer Podiumsdiskussion – von einer 180-Grad-Wende Putins sprechen, damit die Ukraine sicher wäre. Gesagt hatte sie allerdings "360-Grad-Wende". Also einmal im Kreis.
Erneute Vorwürfe gegen Baerbock wegen Schmuck
Ebenfalls im vergangenen Jahr entbrannte eine Diskussion über Annalena Baerbocks Schmuck, genauer ihre Uhr. In einem Interview mit der ARD sah man eine goldene Armband-Uhr, die von einigen fachkundigen X-Usern sofort als Casio identifiziert werden konnte. Lediglich das Modell war fraglich und wurde von einem "Spiegel"-Journalisten in seiner X-Bubble erfragt.
Daraufhin meldete sich unter anderem Baerbocks Ehemann zu Wort und stellte das konkrete Modell klar: "LA680WEGA", schrieb er unter den Aufruf mit einem Zwinker-Smiley.
Bei ihrem Auftritt in Davos rückte nun erneut das Schmuckstück in den Fokus einiger X-User. "Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Uhr, Frau Außenministerin", schrieb ein Nutzer. "Ein echter Schnapper, Google zeigt mir an, es ist eine SANTOS DE CARTIER zum schlappen Preis von 38.700 Euro."
Schnell stellten andere User klar: Es handelt sich immer noch um die Casio-Uhr, die sie auch im vergangenen Jahr bereits trug. Unter den Kommentaren wurde unter anderem auch der Tweet aus dem vergangenen Jahr gepostet, um darauf hinzuweisen.
Ebenso wurde dem Vorwurfs-Tweet inzwischen eine Leser-Anmerkung von X hinzugefügt, in der darauf hingewiesen wird, dass der Post "bewusst mit dieser Falschmeldung polarisieren" wolle.
Anna Prokofjewa macht sich lange für Putins Regime stark. Leidenschaftlich verteidigt sie den Einmarsch in die Ukraine. Nun stirbt sie, nach Kontakt mit einer Landmine. Damit hat die russische Propagandamaschinerie einen Treiber weniger.
Es ist vollkommen klar: Wer sich in einem Regime verdient macht, muss in dem Regime nichts befürchten. Regierungskritische Journalist:innen haben es entsprechend schwer, regierungstreuen geht es hingegen gut. Sehr gut. Immerhin müssen sie keine Repressionen befürchten, keine Gefängnisstrafen, keine Berufsverbote. Wenngleich die monothematische Ausrichtung auf "Putin ist super" ein, zwei berufliche Freiheiten nimmt.