FILE In this image made from video released by the Russian Presidential Press Service, Russian President Vladimir Putin gestures as he addresses the nation in Moscow, Russia, Wednesday, Sept. 21, 2022 ...
Der russische Präsident Wladimir Putin setzt auf die Söldner-Einheit "Gruppe Wagner" in seinem völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine.Bild: Russian Presidential Press Service
International

Gruppe Wagner: Putin-Vertrauter bekennt sich klar zur Söldnergruppe

27.09.2022, 08:54

Es geht um die "Schattenarmee" des russischen Präsidenten Wladimir Putins: die brutale Söldnertruppe "Gruppe Wagner". Sie kämpfen und töten für den Kremlchef in Mali, Syrien, Libyen, der Zentralafrikanischen Republik und auch in der Ukraine. Dabei rücken sie immer wieder in die Öffentlichkeit durch ihre Gewalttaten, die an die Methoden der terroristischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) erinnern.

In Russland gilt sie als ein privates Sicherheits- und Militärunternehmen. Lange wurde spekuliert, wer die "Wagner-Firma" anführt und finanziert. Jetzt hat sich ein enger Vertrauter von Putin dazu geäußert.

24.09.2022 BelgradeSerbia Politics/life/special military operation Mural of support for Russian army Wagner group-Russian knights
In Russland gelten die Wagner-Söldner als tapfere, herorische Patrioten. Bild: imago / Aleksandar Djorovic

Er ist bekannt als Putins "Koch" – der russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin. Er hat erstmals direkt öffentlich eingeräumt, die berüchtigte Söldnertruppe "Wagner" gegründet zu haben. Prigoschin habe die Einheit 2014 für den Einsatz auf russischer Seite im ukrainischen Donbass gebildet, erklärte Prigoschin auf der Internet-Seite seines Unternehmens Konkord.

Prigoschin bekennt sich zur "Wagner"-Truppe

Am 1. Mai 2014 sei eine "Gruppe von Patrioten geboren worden", mit dem Namen "Wagner". Ihrem Mut und ihrer Tapferkeit sei die "Befreiung" vieler Gebiete in Luhansk und Donezk zu verdanken gewesen. Zuvor hatte Prigoschin Verbindungen zur "Wagner"-Truppe nie klar benannt.

Zuletzt ließ er aber indirekt durchblicken, dass es sich um sein Projekt handelte. Auch Insider hatten das bestätigt. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Gruppe ebenfalls beim Namen genannt, nachdem jahrelang die Existenz bestritten worden war. Der Machtapparat in Moskau behauptet aber weiter, sich nicht einzumischen.

MOSCOW, RUSSIA - MARCH 10, 2017: Concord Catering General Director Yevgeny Prigozhin seen after the sixth meeting of the High-Level Russian-Turkish Cooperation Council. Mikhail Metzel/TASS PUBLICATION ...
Der russische Geschäftsmann und Putins Vertrauter Jewgeni Prigoschin bekennt sich zur "Gruppe-Wagner". Bild: IMAGO / ITAR-TASS

Russland hatte 2014 völkerrechtswidrig die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und mit der Unterstützung der Separatisten in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk begonnen. Prigoschin bestätigt nun auch Einsätze der "Wagner"-Gruppe in Syrien, anderen arabischen Ländern sowie in Afrika und Lateinamerika.

Wagner-Söldner – "Rückgrat des russichen Patriotismus"

Die Männer seien "Helden" und "zu einer Säule unsere Heimat" geworden, schreibt er. "Wagner"-Söldner waren demnach auch im Sudan, in Mali und Libyen. Lange Zeit habe er die Männer, die das "Rückgrat des russischen Patriotismus" bildeten, nicht "verraten" wollen, meint Prigoschin. Er fügt hinzu: "Ich bin stolz darauf, dass ich ihr Recht verteidigen konnte, die Interessen ihres Landes zu verteidigen." Jetzt sei die "Zeit der Offenbarung" gekommen.

Insgesamt sollen heute rund 5000 Kämpfer für "Wagner" aktiv sein. Kürzlich hatte ein Video in Russland für Aufsehen gesorgt, das den Geschäftsmann und Putin-Freund beim Rekrutieren von Gefängnisinsassen als Kämpfer für den Ukraine-Krieg zeigen soll. Der Westen hat den 1961 im damaligen Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen Prigoschin, der einst als Koch mit Putin Bekanntschaft geschlossen hatte, mit Sanktionen belegt. Die USA haben für seine Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt.

(Mit Material der dpa)

Baerbock sieht Verantwortung bei Russland nach Raketeneinschlag

Im Süden hat die Ukraine die Großstadt Cherson zurückerobert. Von den dortigen Bewohnern wurden die Soldaten euphorisch empfangen. Präsident Selenskyj hat den militärischen Sieg als "historisch" bezeichnet. Doch die Kämpfe in der Ukraine gehen weiter. Doch der Krieg erreichte in der Nacht zu Mittwoch eine neue Eskalationsstufe.

Zur Story