Polizei verhindert Gay-Pride-Parade in Istanbul mit Tränengas

01.07.2018, 21:56

Die türkische Polizei hat mit einem Großaufgebot eine Demonstration von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal in Istanbul verhindert. Sie setzte am Sonntag vereinzelt Tränengas und Plastikgeschosse ein, wie Augenzeugen beobachteten. Die Organisatoren teilten mit, es habe Festnahmen gegeben, nannten jedoch zunächst keine Zahl.

Die Polizei blockierte zudem Seitenstraßen mit Wasserwerfern und durchsuchte Passanten, um ein Verbot der Behörden durchzusetzen. Aktivisten warfen dem Istanbuler Gouverneur, der als Grund für das Verbot Sicherheitsbedenken angegeben habe, Diskriminierung vor.

Bild: AP

In den Seitenstraßen der Istiklal versammelten sich dennoch zahlreiche Aktivisten, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Demonstranten skandierten: "Schulter an Schulter gegen den Faschismus!" und "Wir gehorchen nicht, wir schweigen nicht, wir fürchten uns nicht!"

Sicherheitsbedenken als Grund für ein Verbot anzugeben, bezeichneten die Aktivisten als "komisch".

Die Gay-Pride-Parade sei in der Vergangenheit friedlich gewesen und ein Raum, in dem sich Schwule, Lesben und Transsexuelle sicher fühlen konnten. Die Aktivisten wehrten sich dagegen, dass man sie "in Grenzen halten und in Ghettos zwingen" wolle, hieß es weiter. 

Polizei in Istanbul

Bild: AP

Mit dem Verbot wurde die jährliche Demonstration für die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) das vierte Mal in Folge untersagt. Auch im vergangenen Jahr hatte die Polizei vereinzelt Tränengas eingesetzt und Aktivisten vorübergehend festgenommen.

(dpa/gw)

In Berlin wurde vor einiger Zeit auch für mehr Vielfalt demonstriert:

1 / 15
So schön war der Tuntenspaziergang
quelle: felix huesmann/watson / felix huesmann/watson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Nach Amoklauf in Uvalde: Waffenlobby trifft sich in Texas – Trumps Rede erwartet

Nur drei Tage nach dem Schulmassaker mit 21 Toten in der texanischen Kleinstadt Uvalde beginnt am Freitag das Jahrestreffen der US-Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA). Bei der dreitägigen Veranstaltung in der texanischen Großstadt Houston werden zahlreiche Politiker der konservativen Republikaner auftreten, unter ihnen der frühere Präsident Donald Trump (Freitag 14 Uhr Ortszeit, 20 Uhr MESZ). Am Rande der Veranstaltung werden Proteste von Verfechtern schärferer Waffengesetze erwartet.

Zur Story