Erster prominenter Nazi-Vergleich für Trumps aktuelle Grenzpolitik

17.06.2018, 12:4718.06.2018, 07:27

Lange hat Michael Hayden seinem Staat bedingungslos gedient. Als ehemaliger Chef des CIA und der NSA hat er Regierungen weltweit abgehört, hat Daten über Millionen Menschen gesammelt. Er hat auch dafür gesorgt, dass der US-Einfluss in der Welt garantiert bleibt. Menschliche Schicksale stehen für Männer wie Hayden erst an zweiter Stelle. Die Staatssicherheit hat Vorrang. Doch wenn es um die Grenze zu Mexiko geht, wird es sogar dem ehemaligen Top-Agenten zu viel. 

Dort spaltet der Präsident gerade Familien auf. Darum geht es genau:

Was ist passiert: US-Behörden haben seit Mitte April 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt, die einen illegalen Grenzübertritt in die USA versucht hatten. Das ist gängige Praxis: Sobald es zum Grenzübertritt kommt, werden Eltern immer von ihren Kindern getrennt festgehalten. Das gab das US-Innenministerium am Freitag in Washington bekannt. Die Trump-Administration hatte im Frühjahr damit begonnen, härter gegen illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko vorzugehen.

Die Kritik daran wächst minütlich. Immer mehr Menschen stellen sich gegen Trump. So eben auch Hayden, der mit einemäußerst harten Tweet reagierte.

Das Bild, das Hayden gepostet hat, zeigt Ausschwitz – die Worte darüber: "Andere Regierungen separierten Mütter und Kinder."

Die Kritik kommt aber auch von anderer Stelle. Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan etwa reagierte hart auf TrumpsJustizminister Jeff Sessions. Der hatte zuvor die Teilung von Familien an der Grenze zwischen Mexiko und den USA mit einer Stelle aus der Bibel gerechtfertigt. Dolan sagte daraufhin: "Wir sollten kein Gesetz befolgen, dass sich gegen den Willen Gottes richtet, dass dich dazu anhält, ein Baby, ein Kind von ihrer Mutte zu nehmen."

(mbi)

Migrationsexperte Knaus: "Was an der Grenze zu Belarus passiert, ist für die EU eine der dunkelsten Episoden in der Geschichte ihres Grenzregimes"
Eiskalte Temperaturen. Frierende, hungernde Kinder im Wald. Schüsse von Soldaten – zur Abschreckung. Tränengas. Die Bilder, die Zustände an der polnischen Grenze zu Belarus sind brutal. Wie können wir diese Krise lösen? Ein Gespräch mit dem Migrationsforscher Gerald Knaus.

Die Lage an der Grenze zu Belarus scheint sich nicht mehr normalisieren zu wollen. Geflüchtete versuchen alles, um ihrer dramatischen Situation zu entkommen – sie wollen die Grenzzäune überqueren, versuchen sogar, sie zu zerstören, um in die EU einreisen zu können. Doch Polen wehrt sich mit Wasserwerfern und Tränengas.

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