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Starbucks lässt schwarze Männer verhaften – weil sie verdächtig rumsaßen

16.04.2018, 06:39

In Philadelphia saßen vergangene Woche zwei schwarze Männer in einem Starbucks-Café. Sie warteten auf einen Bekannten.

Plötzlich standen mehrere Polizisten vor ihnen. Ihnen wurde befohlen, aufzustehen, sich umzudrehen und die Hände hinter dem Rücken zusammenzubringen. Die Polizisten legten ihnen Handschellen an und führten die beiden ab.

Der Grund: Die zwei Männer wollten nichts bestellen, bevor ihr Kollege dazu gestoßen und sie vollzählig waren. Starbucks-Mitarbeiter hatten die Polizei verständigt, weil ihnen die zwei Männer verdächtig vorgekommen sind.

Ein weiterer Gast im Café filmte die Szene. Auf dem Video zu sehen ist, wie mehrere Personen versuchen, einzugreifen und die Polizei nach dem Grund für die Verhaftung fragen.

Auf Twitter ging das Handyvideo sofort viral. Inzwischen haben es über neun Millionen Menschen angeklickt. Viele sind über das Verhalten der Polizei und der Starbucks-Mitarbeiter empört und sagen, die zwei Männer seien aus rassistischen Motiven beschuldigt und verhaftet worden.

Kurz nach ihrer Verhaftung sagte die Anwältin der beiden Festgenommen gegenüber dem US-Nachrichtensender CBS-News: "Das Video spricht im Wesentlichen für sich selbst. Diese Jungs haben getan, was Leute jeden Tag machen, sie hatten ein Treffen und sie wurden zweifellos aufgrund ihrer Hautfarbe verhaftet."

"Diese Jungs haben getan, was Leute jeden Tag machen, sie hatten ein Treffen und sie wurden zweifellos aufgrund ihrer Hautfarbe verhaftet."

Der Vorfall wurde inzwischen zu einer regelrechten Staatsaffäre. Der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, sagte, er sei "untröstlich, dass Philadelphia für einen Vorfall eines Beispiels dient, das zeigt wie Rassendiskriminierung im Jahr 2018 aussieht."

Nach vielen heftigen Reaktionen auf den sozialen Medien reagierte schließlich auch Starbucks selbst und veröffentlichte auf Twitter eine Entschuldigung.

Mit der Entschuldigung war die Angelegenheit nicht vergessen. Auf Twitter wurde zu einem Boykott von Starbucks aufgerufen. Zudem versammelten sich Aktivisten vor der Filiale in Philadelphia, um gegen Rassendiskriminierung zu protestieren.

(sar)

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