Jan Böhmermann in der TV-Show „Late Night Berlin”

"Mal kurz den Elephant in the Room adressieren" – Böhmermann zu Antisemitismus-Vorwürfen

Anna-lena janzen

"Du darfst persönliche Dinge oder Groll nicht mischen mit ernsthaften Sachen." – In seinem Spotify-Podcast "Fest & Flauschig" äußert ZDF-Komiker Jan Böhmermann sich erstmals ernsthaft zu den Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn. Zuvor hatte der jüdische Komiker Oliver Polak Kritik an einem Sketch Böhmermanns geäußert und damit eine Debatte in den Medien ausgelöst.

Zunächst hatte Böhmermann auf die Vorwürfe nur mit einem Tweet reagiert.

Dann äußerte er sich im Gespräch mit Olli Schulz bei "Fest & Flauschig"

“Lass uns mal kurz den Elephant in the Room adressieren," leitet Böhmermann das Thema zu Beginn des Podcasts ein, wird aber erst viel später im Gespräch deutlich: Polak habe selbst an dem Sketch mitgearbeitet und daher auch gewusst, worauf er sich eingelassen habe. "Vier hauptberufliche Komiker haben sich 2010, vor acht Jahren im Rahmen eines Roasts zu Serdar Somuncus 25. Bühnenjubiläum, zu Thilo Sarrazins erstem Buch, einen Sketch gemeinsam ausgedacht, gemeinsam geprobt, gemeinsam aufgeführt," so Böhmermann.

Frankfurter Buchmesse 2018. Komiker Oliver Polak am 10.10.2018 auf der Frankfurter Buchmesse. 20181010MWI3320 *** Frankfurt Book Fair 2018 Comedian Oliver Polak on 10 10 2018 at the Frankfurt Book Fair 20181010MWI3320

Oliver Polak Bild: imago stock&people

Der Sketch sei von Polak geprobt worden:

"Alle haben ihre Rollen freiwillig selbst gespielt. Es wurde alles vor Ort gemeinsam geprobt und aufgeführt. Alle haben zugestimmt, dass es auf DVD veröffentlicht wird."

Jan Böhmermann "fest und flauschig"

Hier zum Nachhören: Ab Minute 52 geht's los!

Böhmermann kritisierte auch, wie die Medien mit dem Thema umgegangen waren. "Ich bin überrascht von dieser irritierend unsachlichen Diskussion. Ich finde, wenn man so unseriös und so persönlich eine Debatte führt, ist das angesichts des zugrunde liegenden Themas völlig unangemessen,” sagte er. 

Meinung

Schlechter Einstieg, schwaches Ende: Das Kanzler-Triell in der Kritik

Laut Umfragen schaffte es Armin Laschet beim TV-Dreikampf der Kanzlerkandidaten, vierter zu werden – nur 20 Prozent sehen ihn als den stärksten Kandidaten. 21 Prozent sahen keine Unterschiede zwischen den drei Bewerbern. Olaf Scholz geht demnach als Sieger hervor, gefolgt von Annalena Baerbock. Die wirklichen Verlierer aber sind – die Zuschauer.

Wer sich das TV-Triell der Öffentlich-Rechtlichen am Sonntagabend ansah, konnte am Ende leicht zu dem Gefühl kommen, anderthalb Stunden Lebenszeit …

Artikel lesen
Link zum Artikel