Mutmaßliche Rechtsextreme überfallen Journalisten in Thüringen

30.04.2018, 19:43

In Thüringen sind zwei Journalisten von mutmaßlichen Rechtsextremen angegriffen und beraubt worden. Auslöser seien offenbar Foto- und Filmaufnahmen vom Grundstück des Thüringer NPD-Chefs Thorsten Heise im Landkreis Eichsfeld gewesen, wie die Polizei in Nordhausen am Montag mitteilte. Thorsten Heise war auch der Veranstalter des Neonazi-Festivals im sächsischen Ostritz am 20. und 21. April.

Nachdem sie das Grundstück des NPD-Politikers fotografiert hatten, wurden die beiden Reporter laut Polizeiangaben auf einer Landstraße in ihrem Auto von zwei maskierten Männern überfallen.

Die Angreifer raubten ihnen den Angaben zufolge die Fotoausrüstung, bevor sie im Auto flüchteten. Der Wagen der Opfer wurde demnach zerstört, die beiden Männer wurden leicht verletzt. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um zwei 24-Jährige aus dem Eichsfeld, die der rechten Szene zugerechnet werden.

Razzia bei NPD-Chef

Noch am Sonntag durchsuchte die Polizei das Grundstück des NPD-Chefs nach möglichen Beweismitteln. Der Staatsschutz übernahm die weiteren Ermittlungen.

Die beiden Fotografen erstatteten unterdessen Strafanzeige wegen Verdachts des schweren Raubes und eines versuchten Tötungsdelikts, wie der Göttinger Anwalt Sven Adam mitteilte. Der Pressefotograf und sein Begleiter aus Göttingen befanden sich demnach zu Recherchezwecken im Eichsfeld, als sie von Personen des rechten Spektrums entdeckt worden seien. Dem Anwalt zufolge kam es zu einer Verfolgungsjagd.

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Baseballschläger, Schraubenschlüssel und Messer

Nachdem das Fahrzeug der Journalisten in einem Graben zum Stehen kam, seien diese mit einem Baseballschläger, einem Messer, einem etwa 40 Zentimeter großen Schraubenschlüssel und Pfefferspray angegriffen worden. Einer der Angegriffenen habe unter anderem eine Stichverletzung im Oberschenkel erlitten, sein Begleiter eine Kopfplatzwunde. Am Auto seien die Scheiben zerstört und die Reifen zerstochen worden.

(fh/afp)

Tod von 14-jähriger Schülerin Ayleen: Wochenlange Ermittlungen erwartet

Todesursache, möglicher Tatort, Motiv: alles noch unklar. Im Fall der getöteten Schülerin aus Südbaden müssen Ermittler noch ganz grundlegende Fragen klären. Die Arbeit werde Wochen dauern, prognostizierte der Leiter der Freiburger Staatsanwaltschaft, Dieter Inhofer, am Montag. Der tatverdächtige 29-Jährige hatte sich bis dato nicht zu den Vorwürfen eingelassen. Diese lauten: Entziehung Minderjähriger, sexuelle Nötigung und Mord in Verdeckungsabsicht.

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