And now?
And now?Bild: Getty Images Europe
Analyse

Totales Brexit-Chaos? Diese Grafik verschafft dir den Überblick

17.01.2019, 10:1711.02.2019, 13:16
max biederbeck, patrick toggweiler, peter blunschi

Menschen haben ja oft und gerne einen vermeintlich genialen Plan, der in der Katastrophe endet. Schaut man sich die politische Leidensgeschichte der Briten in den vergangenen Jahren an, stößt man immer wieder auf dieses Muster. Zahlreiche vermeintlich geniale Pläne haben nun eine der schlimmsten Krisen ausgelöst, die das Land seit dem zweiten Weltkrieg durchstehen muss.

David Cameron etwa, damals Primeminister, hatte einen Plan: Er wollte sich bei den Rechtsaußen-Wählern anbiedern. Dazu schoss er gegen die EU, wo er nur konnte. Und weil das ganz gut funktionierte, hatte er die Idee zum nächsten Plan: Die Bürger selbst sollten über den Verbleib von UK in der EU entscheiden.

Dann hatten die Brexitiers ihren großen Auftritt. Ebenfalls mit Plan. Londons Oberbürgermeister Boris Johnson und der ehemalige UKIP-Chef, Nigel Farage, witterten ihren Platz an er Sonne. Sie wollten ihr Land "befreien von der EU" und sich gleichzeitig selbst profilieren. Was für ein Plan.

Auch Englands Bürger hatten dann einen ganz eigenen Plan: Ihrem durch Affären und wirtschaftliche Fehlentscheidungen in britische Ungnade gefallenem Parlament wollten sie einen Denkzettel verpassen. Und dann... stimmten sie für den Brexit

Auftritt: Theresa May.

Die neue Premierministerin wollte den historischen Austritt verwalten. Man kann es erraten, auch sie ersonn einen Plan. Ein weicher Brexit, Außerhalb und gleichzeitig immernoch mit der EU. Europa akzeptierte, aber nicht das britische Parlament.

Zwar überstand May am Mittwochabend ein Misstrauensvotum im Parlament – doch sie bleibt unter Zeitdruck. Bis Montag hat sie Zeit, um ihren neuen "Plan B" zu präsentieren. Sie kann nicht anders, das Parlament hat sie vergangene Woche dazu gezwungen, sich einen neuen Plan zu überlegen. Die einen, weil ihnen der aktuelle Plan nicht weit genug geht, die anderen weil sie den ursprünglichen Plan Camerons wieder rückgängig machen wollen. Pläne über Pläne gegen Pläne.

Den Überblick verloren? 

Wir haben die gesamten Brexit-Abläufe für euch in dieser Karte zusammengefasst. Wir hoffen, wir sind nicht maymässig gescheitert.

Auf der Suche nach einer Lösung:

Bild: watson.ch-montage

Das könnte dich auch interessieren:

Alle Storys anzeigen
Türkei-Experte: "Abhängigkeit der Nato-Staaten von einer Stimme ist ein Geschenk für Erdoğan"
Der türkische Präsident blockiert den Nato-Beitritt von Finnland und Schweden. Für seine Zustimmung sollen sich die skandinavischen Staaten klar zum Kampf gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK bekennen. Und auch im Ukraine-Krieg spielt Recep Tayyip Erdoğan seine Karten geschickt aus. Aber was will der Präsident eigentlich?

Für Recep Tayyip Erdoğan läuft es. Der türkische Präsident blockiert die Nato-Beitrittsverhandlungen von Finnland und Schweden – und lenkt damit die Aufmerksamkeit seiner Bündnispartner gezielt auf seine eigenen Interessen: den Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und ihre irakischen und syrischen Ableger. Die Nato-Staaten haben unterdessen keine andere Wahl, als die Forderungen Erdoğans ernst zu nehmen.

Zur Story