Schwedischer Studentin droht Gefängnis – weil sie einen Abschiebeflug stoppte

20.10.2018, 16:5920.10.2018, 17:02

Auf Facebook wurde sie von vielen als Heldin bezeichnet. Der Grund: Im Juli dieses Jahres soll die schwedische Studentin Elin Ersson durch zivilen Ungehorsam die Abschiebung eines 52-Jährigen aus dem schwedischen Göteborg nach Afghanistan verhindert haben. Doch nun drohen ihr eine Geldstrafe und bis zu sechs Monate Gefängnis, wie der "Guardian" berichtet. 

Was war damals passiert? 

Kurz bevor das Flugzeug starten sollte, weigerte sie sich, Platz zu nehmen. Stattdessen blieb sie im Gang stehen, streamte live auf Facebook und forderte, den Mann aus Afghanistan aus dem Flugzeug zu bringen. "Wenn er nach Afghanistan abgeschoben wird, stirbt er wahrscheinlich", ruft sie mehrfach zur Begründung.

Die Konsequenz: Der Flieger konnte nicht starten und mehrere Menschen in der Maschine schlossen sich der jungen Frau an. Der Afghane konnte, begleitet vom Applaus der Passagiere, aussteigen. 

Hat Elin Ersson richtig gehandelt?

Am Freitag teilte die Staatsanwaltschaft in Göteborg mit, dass Ersson wegen "Verstößen gegen das Flugrecht" angeklagt werde, so der "Guardian". Zur Begründung hieß es, dass sie der Aufforderung des Kapitäns nicht nachgekommen sei und sich geweigert habe, sich hinzusetzen. Einen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht.

(hd)

Solidarität in Chemnitz beim #wirsindmehr-Konzert:

1 / 11
#wirsindmehr – die Bilder des Konzerts
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Alle Storys anzeigen

Interview

"Wir werden eure Stimmen sein": Evakuierte Zarifa Ghafari will von Deutschland aus für Afghanistan kämpfen

Zarifa Ghafari weiß genau, wie gefährlich die Taliban sind. Die Afghanin, die noch bis vor kurzem Bürgermeisterin der afghanischen Provinzhauptstadt Maidan Shar war, überlebte drei Mordanschläge, ihr Vater wurde erst vergangenes Jahr getötet. Dennoch will die Politikerin und Frauenrechtlerin nun mit ihnen verhandeln, um eine Lösung für die Bevölkerung zu erörtern.

Der 29-Jährigen selbst gelang die Flucht aus Afghanistan noch vergangene Woche. Am Boden eines Autos zusammengekauert, passierte sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel