International

Trump beschimpft Ex-Mitarbeiterin nach veröffentlichten Tonaufnahmen

13.08.2018, 11:1313.08.2018, 21:56

Im Dezember 2017 wird Omarosa Manigault Newman in den Situation Room des Weißen Hauses gebeten. Es handelt sich dabei um einen Raum mit "höchster Vertraulichkeit", darin liegt auch das Zentrum für verschlüsselte Kommunikation des Präsidenten.

Dort erfährt Manigault Newman von ihrer Entlassung. John Kelly, der Stabschef des Weißen Hauses, überbringt der damaligen Regierungsmitarbeiterin die Nachricht. Was Kelly offenbar nicht weiß: Manigault Newman zeichnet alles auf.

Die Tonbandaufnahme hat sie jetzt veröffentlicht, vor Erscheinen ihres Enthüllungsbuchs über das Weiße Haus unter US-Präsident Donald Trump.

Manigault Newman rechtfertigte den Schritt am Sonntag im US-Fernsehen damit, dass sie sich schützen wollte in einem Weißen Haus, "in dem jeder lügt". Ihr Buch "Unhinged" (deutsch: Gestört, aus den Angeln gehoben) kommt am Dienstag in die Buchläden.

Der Vorgang ist ungewöhnlich. Üblicherweise sind elektronische Geräte im Situation Room verboten. Auf dem Band ist eine Stimme zu hören, die zu Kelly gehören soll. Zu hören ist, wie Manigault Newman "bedeutende Integritätsprobleme" vorgeworfen werden.

"Sie bringen mich in den Situation Room, die Türen sind verschlossen, sie sagen mir, dass ich nicht raus kann und sie beginnen mir zu drohen, mir Angst zu machen, setzen mich unter Druck."
Omarosa Manigault NewmanNBC-Sendung "Meet the Press"

Der Präsident belüge das amerikanische Volk, Sarah Huckabee stehe vor dem Land und lüge jeden Tag. In ihrem Buch beschreibt Manigault Newman Trump als "Rassisten". Trump bezeichnete die Afroamerikanerin Manigault Newman als "Abschaum".

Im Situation Room, während des Einsatzes gegen Osama bin Laden. Damals noch mit einem anderen Präsidenten:

Bild
Bild: Pete Souza/White House Flickr Feed

Es war zunächst unklar, ob Manigault Newman nun wegen der Veröffentlichung mit rechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Das Weiße Haus reagierte jedenfalls verärgert. Präsidentensprecherin Huckabee Sanders erklärte, dass es einer schweren Missachtung der nationalen Sicherheit gleichkomme, wenn ein Stabsmitarbeiter ein Aufnahmegerät ins Weiße Haus einschmuggele.

"Dann damit im nationalen Fernsehen zu prahlen, zeigt einen Mangel an Charakter und Integrität dieser verärgerten ehemaligen Mitarbeiterin des Weißen Hauses."
Sarah Huckabee Sanders

Im Interview zeigte sich Manigault Newman auch reumütig über ihre Mitarbeit in der von ihr kritisierten Trump-Regierung. Sie sei "mitschuldig" daran, dass das Weiße Haus die Nation "betrügt".

Weiter sagte sie:

"Sie täuschen die Nation weiter darüber, wie rückständig er geistig ist."

Die Regierung vertusche, wie schwer es Trump falle, komplexe Informationen zu verarbeiten. "Wie wenig er mit den wichtigsten Entscheidungen befasst ist, die unser Land betreffen. Ich war mitschuldig und das bedauere ich."

Donald Trump äußerte sich am frühen Nachmittag zu den Anschuldigungen, indem er zum Gegenangriff ausholte und sie in zwei Tweets konstant beschimpfte:

(sg/tl/afp)

So einfach kannst du Trump anrufen:

Kurdischer Aktivist prangert an: "Was das iranische Regime anrichtet, kann man nur als Massaker bezeichnen"

Die Proteste im Iran gingen Mitte September in den kurdischen Gebieten los. Dort greift das Regime aktuell extrem hart durch. Viele Iraner:innen solidarisieren sich mit den Kurden. Shoan Vaisi ist Kurde, politischer Aktivist und in der iranischen Provinz Kurdistan aufgewachsen. Unter Kurdistan versteht man das gesamte Siedlungsgebiet der Kurd:innen. Das erstreckt sich über mehrere Staaten. Im Irak und im Iran tragen zudem Provinzen den Titel Kurdistan.

Zur Story