Marokko nimmt offenbar hunderte Migranten fest und bringt sie ins Landesinnere
13.08.2018, 07:46
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Marokko wird in diesem Sommer für Flüchtlinge ein zentraler
Startpunkt auf dem Weg nach Europa. Immer mehr Menschen versuchen,
mit dem Boot nach Spanien oder über die Zäune in die Exklaven zu
gelangen. Jetzt reagieren die Sicherheitsbehörden. Nach Angaben
von Menschenrechtlern wurden mehrere hundert Migranten aus den nördlichen
Küstenregionen ins Landesinnere gebracht.
Seit Mitte vergangener
Woche sei es unter anderem in den Städten Nador und Tanger verstärkt
zu Razzien und illegalen Festnahmen von Migranten gekommen,
berichtete der Marokkanische Verband für Menschenrechte (AMDH).
Mehrere Zeltlager in den Wäldern nahe der spanischen Exklave Melilla
seien zudem zerstört worden. Allein in Nador schätzt der Verband die
Zahl der festgenommenen Migranten auf mehr als 600.
In Bussen seien die vor allem aus Ländern südlich der Sahara
stammenden Menschen in Richtung Süden gebracht worden. Teilweise
seien die Flüchtlinge in den Bussen mit Handschellen
aneinandergekettet worden.
Die Organisation spricht von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen
Die marokkanischen Sicherheitskräfte seien gewaltsam in Zeltlager und
Wohnungen eingedrungen, berichtete ein in Nador lebender Flüchtling
aus Guinea der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizisten hätten den
Flüchtlingen teilweise Handys und Wertsachen abgenommen und sie
anschließend in Busse gesetzt.
Einige der Flüchtlinge seien in der Nähe der Stadt Tiznit, rund 800
Kilometer südlich der Mittelmeerküste aus den Bussen gelassen worden,
zitiert die Menschenrechtsorganisation einen der deportierten
Migranten. Andere seien in die Nähe der algerischen Grenze gebracht
worden.
Zuletzt hatten immer mehr Flüchtlinge, die versuchen über die
nordafrikanischen Staaten nach Europa zu gelangen, die Route über
Marokko gewählt.
In diesem Jahr sind nach UN-Angaben bereits mehr als 28.000 Menschen von Marokko aus nach Spanien gelangt.
Damit liegen die Ankünfte schon im August auf Niveau des gesamten Vorjahres.
So gehen Marokkos Nachbarländer mit Flüchtlingen um:
Ende Juli war es mehr als 600 Migranten gelungen, den Sicherheitszaun zur spanischen Exklave Ceuta zu stürmen und auf spanisches Staatsgebiet zu gelangen. Dies habe dazu geführt, dass zuletzt verstärkt Migranten nach Tanger gekommen seien, hieß es aus der Stadtverwaltung. Ein Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass es Razzien in mehreren Wohnungen gegeben habe, die von Migranten bewohnt wurden. Mehr als 155 Menschen seien zunächst festgenommen worden, bevor sie deportiert würden.
Auch Marokkos Nachbarland Algerien war zuletzt vehement gegen illegale Migranten vorgegangen. Mitte vergangenen Monats hatten die algerischen Behörden nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehrere hundert Migranten festgenommen und in der Wüste im Süden des Landes ausgesetzt.
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