Kämpfer des Militärbündnisses SDF, zu dem auch die kurdischen Miliz YPG gehören, bei einem Einsatz in Manbidsch.
Kämpfer des Militärbündnisses SDF, zu dem auch die kurdischen Miliz YPG gehören, bei einem Einsatz in Manbidsch.
Bild: reuters

Syrische Kurden bitten Assad um Hilfe gegen die Türkei

28.12.2018, 13:01

Vor einer drohenden Offensive der Türkei im Norden Syriens hat die syrische Armee Truppen in die bisher von Kurden beherrschte Stadt Manbidsch verlegt. Das Generalkommando der Armee teilte am Freitag mit, dass die Truppen ihrer Verpflichtung nachkämen, die staatliche Souveränität auf dem gesamten syrischen Staatsgebiet sicherzustellen.

  • Die Region im Norden Syriens wird von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert, die bisher von US-Truppen unterstützt wurden.
  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte mit einer Offensive gegen die YPG gedroht, diese in der vergangenen Woche aber erstmal verschoben.

Die Türkei sieht die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Die Kurden kontrollieren große Gebiete im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei. Vor der Verlegung der Truppen hatten die kurdischen Milizen die Regierung in Damaskus um Hilfe gebeten. Angesichts der Bedrohung durch die Türkei, in Nordsyrien einzumarschieren, forderten die Kurden die syrische Armee auf, ihre Truppen nach Manbidsch zu senden, hieß es in einer Mitteilung der YPG.

Die kurdischen Milizen sind enge Verbündete der USA in Syrien. Beobachter schätzen, dass ein Angriff der Türkei durch den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug der US-Truppen in Syrien begünstigt wird. Nach einem Bericht des US-amerikanischen Sender ABC könnte der Truppenabzug jedoch mehrere Monate dauern.

(pb/dpa)

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