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USA: Trump-Regierung startet Website gegen angebliche Fake News

President Donald Trump speaks to troops via video from his Mar-a-Lago estate on Thanksgiving, Thursday, Nov. 27, 2025, in Palm Beach, Fla. (AP Photo/Alex Brandon)
Trump mag keine Fake News – hat aber eine eigene Definition davon.Bild: AP / Alex Brandon
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USA: Trump stellt Journalisten auf Website öffentlich an den Pranger

Donald Trump und seine US-Regierung versuchen, Medien und kritische Berichterstattung zu diskreditieren. Mit einer Website läuten sie die nächste Runde im Kampf gegen Presse und Rundfunk ein.
30.11.2025, 12:1830.11.2025, 12:18

Donald Trump steht nicht auf Fake News. So gar nicht. Allerdings hat er seine ganz eigene Definition davon, was Fake News sind. Alle Berichte, die ihm nicht passen, weil sie sich zum Beispiel kritisch mit seiner Person oder Politik auseinandersetzen, haben theoretisch das Potenzial, von ihm als vermeintliche Fake News abgestempelt zu werden.

Der US-Präsident hat es sich zur Aufgabe gemacht, unabhängige Journalist:innen zu bekämpfen. Die beleidigenden Kommentare in Richtung von Journalistinnen sind dabei nur eine Attacke auf für ihn unliebsame Berichterstattung.

Seit Freitag fährt die US-Regierung härtere Geschütze auf: eine Website, auf der die "Mediensünder der Woche", wie die Trump-Regierung schreibt, genannt werden. In einer "Hall of Shame" werden Medien und Journalist:innen, auf der Website auch "Übeltäter" genannt, aufgelistet.

Weißes Haus stellt Medien für angebliche Fake News an den Pranger

"Das Weiße Haus unter Trump geht wie nie zuvor gegen die Fake News vor", kommentiert Pressesprecherin Karoline Leavitt auf X den Launch der Website.

Die Trump-Regierung sortiert dort Medienberichte verschiedenen Kategorien zu, darunter "Lüge", "falsche Darstellung" oder "Voreingenommenheit". Manche Berichte werden auch als "linker Wahnsinn" benannt.

Aufgeführt sind nicht nur die Artikel selbst und das Medium, in dem diese erschienen sind. Auch die verantwortlichen Redakteur:innen werden namentlich auf der Seite des Weißen Hauses genannt.

Der Journalist Scott Nover von der "Washington Post" bezeichnet diese auf X als neue Eskalation der Attacken auf Medien und Journalist:innen.

Fox News nach Update von Website verschwunden

Auf der Website finden sich unter anderem Berichte der "Washington Post", von "The Independent", der "New York Times" oder "The Daily Beast". Bei den TV-Sendern sind unter anderem CBS News und CNN dabei.

Zunächst wurde selbst Fox News aufgenommen, ist inzwischen jedoch von der Website verschwunden, da dem Weißen Haus ein Fehler unterlaufen war: Fragen in einer Pressekonferenz seien fälschlicherweise einem Fox-News-Reporter zugeordnet worden, berichtet Nover auf X.

"Fox News hat das Weiße Haus gebeten, dies zu korrigieren, und nun erscheint anstelle der Seite ein 404-Fehler", erklärt Nover. Inzwischen ist die Website wieder erreichbar.

Die Veröffentlichung der Website fällt zeitlich zusammen mit harschen Beleidigungen des US-Präsidenten und des Weißen Hauses gegenüber weiblichen Medienschaffenden, darunter "Bloomberg"-Journalistin Catherine Lucey und Katie Rogers von der "New York Times".

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