Wilderer dringen in Reservat ein – Löwen fressen sie bis auf Knochen und Schuhe
06.07.2018, 11:13
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Ein Rudel Löwen hat in einem Naturreservat in
Südafrika mehrere mutmaßliche Nashorn-Wilderer gefressen. Von den
Eindringlingen blieben kaum Überreste. Parkwächter fanden unter
anderem noch ein Gewehr mit Schalldämpfer, eine Axt und drei paar
Schuhe. Das sagte Nick Fox, der Besitzer des privaten Wildreservats
Sibuya in der Provinz Ostkap.
Die gefundenen Knochen seien menschliche Überreste, erklärte Ostkap-Polizeisprecherin Mali
Govender. Untersuchungen müssten zeigen, von wie vielen Menschen die
Gebeine stammten.
Das Wildtierreservat ging wegen der gefundenen Schuhe und
Kleidungsfetzen von mindestens drei Wilderern aus.
"Löwen sind sehr kräftige Tiere, sie lassen nicht viel von ihrer Beute übrig."
Nick Fox
Die mutmaßlichen
Wilderer hatten es wohl auf Nashörner abgesehen. Offenbar kamen sie
dem sechs Löwen starken Rudel in die Quere. "Die Vegetation ist an
dem Ort extrem dicht", sagte Fox.
Wilderer in Südafrika
In Südafrika werden jährlich rund 1000 Nashörner von Wilderern getötet. Die Hörner werden vor allem nach Asien verkauft, wo für sie – als Zutat traditioneller Medizin – ein Vermögen gezahlt wird.
Zwar hätten die Löwen Menschenfleisch gefressen. Es bestehe aber keine
Gefahr für Safaritouristen, denn diese dürften das Reservat nicht zu
Fuß, sondern nur mit Rangern in speziellen Fahrzeugen besuchen,
sagte Fox. Als Vorsichtsmaßnahme begleite ein bewaffneter
Parkwächter bis auf Weiteres die Safari-Fahrzeuge.
Nashörner im Reservat:
Die Eindringlinge sollen in der Nacht zum Montag in das
Reservat gekommen sein. Hunde, die auf das Jagen von Wilderern spezialisiert sind,
hätten noch in der Nacht angeschlagen. Erst am Dienstagnachmittag
fiel einem Ranger in der Nähe der Löwen etwas auf, was nach
menschlichen Überresten aussah, wie Fox weiter schilderte.
Am Mittwoch wurden die Löwen des Rudels für etwa zwei Stunden
betäubt, um der Polizei und den Forensikern eine Untersuchung des
Tatorts zu ermöglichen. Ob die Getöteten weitere Komplizen hatten,
blieb zunächst unklar.
Das Reservat Sibuya
Das Reservat Sibuya wirbt damit, Heimat für weit mehr als 400 Tierarten zu sein, darunter Antilopen, Nashörner, Elefanten und Löwen. In Sibuya töteten Wilderer Fox zufolge im Jahr 2016 drei Nashörner.
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