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Trump-Zölle: So reagiert die Welt auf den US-Zollhammer

03.04.2025, Berlin: Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt an der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt teil. Scholz und Adullah II. waren zu bilateralen Gesprächen im Kanzleramt zu ...
Noch-Kanzler Olaf Scholz ist not amused über die Nachrichten aus den USA. Bild: dpa / Michael Kappeler
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"Anschlag" auf Handelsordnung: So reagiert die Welt auf den Trump-Zollhammer

03.04.2025, 11:22
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Trump hat am Mittwoch neue Zölle für Handelspartner weltweit angekündigt. Importe aus der Europäischen Union werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China mit einem Zoll von 34 Prozent. Als "Mindestsatz" für andere Länder nannte der US-Präsident zehn Prozent. Die an Trumps "liberation day" verkündeten Zölle haben weltweit Bestürzung und Besorgnis hervorgerufen.

Watson hat die Reaktionen für euch zusammengestellt:

Deutschland

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte die Zölle "grundfalsch" und einen "Anschlag" auf die globale Handelsordnung. "Die US-Regierung beschreitet einen Weg, an dessen Ende es nur Verlierer geben wird", sagte der Kanzler am Donnerstag in Berlin. "Das ist ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat."

"Die jüngsten Zollentscheidungen des US-Präsidenten halte ich für grundfalsch", sagte Scholz weiter. "Die gesamte Weltwirtschaft wird unter diesen undurchdachten Entscheidungen leiden." 

Die EU stehe für Gespräche mit der US-Regierung zur Verfügung, "um einen Handelskrieg abzuwenden". Die EU-Staaten setzten dabei auf Kooperation, nicht auf Konfrontation und würden zugleich ihre Interessen verteidigen. "Europa wird entschlossen, stark und angemessen auf die Entscheidung der USA reagieren", sagte der Kanzler.

EU

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte Gegenmaßnahmen an, ließ die Tür für Verhandlungen aber offen. Es sei "noch nicht zu spät" für Verhandlungen, sagte von der Leyen am Donnerstag während eines Besuchs in der usbekischen Stadt Samarkand. Die Europäer seien aber "bereit zu reagieren".

Die EU-Mitgliedsstaaten arbeiteten bereits an einem "neuen Paket" von Gegenmaßnahmen, "um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte von der Leyen. Die neuen EU-Maßnahmen könnten zusätzlich zu geplanten Gegenzöllen als Reaktion auf Trumps Aufschläge auf Stahl und Aluminium von Mitte März eingeführt werden. Zugleich signalisierte die Kommissionschefin die anhaltende Bereitschaft zu weiteren Gesprächen mit der US-Regierung. "Es gibt einen alternativen Weg", von der Leyen. "Wir werden uns bemühen, die Hindernisse zu verringern und nicht zu erhöhen."

ARCHIV - 29.01.2025, Belgien, Brüssel: Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen spricht am Hauptsitz der EU zu den Medienvertretern. (zu dpa: «EU bereitet nach Trumps Zollankü ...
Ursula von der Leyen will mit Härte und Verhandlungen reagieren.Bild: AP / Geert Vanden Wijngaert

Frankreich

Frankreichs Premierminister François Bayrou sprach von einer als "Katastrophe für die Weltwirtschaft". "Es bedeutet immense Schwierigkeiten für Europa", sagte Bayrou am Donnerstag in Paris. "Ich glaube, es ist auch eine Katastrophe für die USA und für deren Bürger", fügte er hinzu. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich am Nachmittag in Paris mit Vertretern der besonders betroffenen Branchen treffen. Die französischen Wein- und Spirituosenhersteller rechnen mit einem Exporteinbruch in Höhe von 800 Millionen Euro.

Großbritannien

Großbritannien, das auf eine Verhandlungslösung mit den USA gehofft hatte, befürchtet nun die Folgen der US-Zölle. Die Aufschläge würden wirtschaftliche Auswirkungen haben, sagte Premierminister Keir Starmer am Donnerstag. Er werde weiterhin mit Washington verhandeln. "Niemand gewinnt in einem Handelskrieg", führte er aus. Großbritannien werde jedoch mit "Pragmatismus und kühlem Kopf" reagieren. "Wir verfügen über eine Reihe von Instrumenten", sagte er weiter. Ziel sei weiterhin ein Abkommen mit den USA. "Aber nichts ist vom Tisch."

Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds hob hervor, dass Großbritannien immerhin besser gestellt sei als die EU. Dennoch seien die zehn Prozent Zoll für Großbritannien "eine Enttäuschung".

China

Die chinesische Regierung kritisierte die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump scharf und forderte die USA zu einer Kurskorrektur auf. "Die USA müssen jetzt ihre falschen Praktiken korrigieren und wirtschaftliche und handelspolitische Differenzen mit anderen Ländern – einschließlich China – durch faire, respektvolle und gegenseitige Konsultationen lösen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Donnerstag. Ein Sprecher des Handelsministeriums sagte, die Regierung sei weiterhin bereit, "mit den Vereinigten Staaten in wichtigen Fragen des bilateralen Handels zusammenzuarbeiten".

(fas/dpa/afp)

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