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USA: Donald Trump erhöht Zölle – und erlebt peinlichen Moment

President Donald Trump departs after signing an executive order at an event to announce new tariffs in the Rose Garden of the White House, Wednesday, April 2, 2025, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci ...
Donald Trump hat Zölle "gegen die ganze Welt" erlassen. Bild: AP / Evan Vucci
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USA: Donald Trump unterläuft Peinlichkeit bei Verkündung des Zollpakets

10 Prozent auf alles. Donald Trump droht mit seiner Zollpolitik die Weltwirtschaft in den Abgrund zu reißen. Nicht die einzige Peinlichkeit an einem abermals historischen Tag der US-Geschichte.
03.04.2025, 10:15
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Nun hat er also auch den Pinguinen den Kampf angesagt. In seiner als "Liberation Day" bezeichneten Zollwut hat Donald Trump am Mittwochabend eine Liste von 185 Handelspartnern vorgestellt, denen höhere Abgaben beim Import in die USA drohen.

Darunter befinden sich auch die Heard und McDonaldinseln, ein australisches Außengebiet im Indischen Ozean, auf denen sich außer ein paar karstigen Vulkanen und Gletschern nicht viel finden lässt. Das Gebiet ist unbewohnt, neben Robben und Vögeln leben dort lediglich einige tapfere Königspinguine, die, zumindest nach unserem letzten Stand, keinen Handel mit den USA treiben.

Donald Trump eskaliert Handelskrieg

Sei's drum, dachte sich Trump wohl auf dem Höhepunkt seiner drastischen Zollpolitik und dem womöglichen Startschuss eines globalen Handelskriegs, denn kleine Länder und Krisengebiete sind am stärksten abgestraft worden. Je 50 Prozent treffen die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon sowie den afrikanischen Kleinstaat Lesotho, über den Trump kürzlich noch gescherzt hatte, von dem habe "nie jemand gehört".

Myanmar, wo sich erst kürzlich ein verheerendes Erdbeben ereignet hat, muss 44 Prozent abtreten und Syrien, vier Monate nach dem Sturz des Diktators Assad, 41 Prozent.

Donald Trump vergisst, die Zölle zu unterzeichnen

Und als sei es nicht peinlich genug, eine Wirtschaftspolitik zu fahren, die die meisten Ökonom:innen als schädigend erachten, sorgte Donald Trump gleich für eine weitere Blamage auf seine Kosten.

Nachdem Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses feierlich seine Zollpolitik verkündet hatte, lief er, womöglich berauscht von sich selbst, bereits von der Bühne, nur um dort auf einen Mitarbeiter zu treffen, der ihn daran erinnerte, dass die Executive Order, die die Zölle formell besiegelt, auch noch unterschrieben werden muss.

Auf Social Media fallen die Urteile entsprechend deutlich aus. Manche sehen hierin einen Beweis seiner Dummheit, andere seine geistige Umnachtung. So wurden auch Vergleiche zu Joe Biden, Trumps Vorgänger im Oval Office, gezogen, dem man im Wahlkampf bei einigen Auftritten sein fortgeschrittenes Alter deutlich anmerkte.

Zuvor sprach Trump von einem "Befreiungstag" für die US-Wirtschaft und warf etlichen Handelspartnern vor, die USA bisher mit ihrer Zollpolitik "geplündert und vergewaltigt" zu haben. Europa habe die Vereinigten Staaten etwa "über den Tisch" gezogen.

Für Deutschland und die EU sind fortan Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen, pauschal gilt für alle Länder eine Importabgabe in Höhe von zehn Prozent. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bedauerte die Entscheidung "zutiefst", Europa sei aber "bereit zu reagieren".

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