Die ersten neuen Zölle des US-Präsidenten sind am Samstag in Kraft getreten. Die Finanzmärkte in den USA stürzten bereits bei der Ankündigung ab. Sie reagieren panisch: Der Dow Jones verlor am Freitag zum zweiten Mal in Folge massiv an Wert und rutschte über zehn Prozent unter das Dezemberhoch. Chinas Reaktion auf Trumps Wirtschaftspolitik trägt ihren Teil dazu bei. Peking kündigt Vergeltungszölle in Höhe von 34 Prozent auf US-Produkte an – als Antwort auf Trumps angekündigte 54-Prozent-Regelung auf chinesische Importe.
Donald Trump zeigte sich von den drohenden massiven Auswirkungen unbeeindruckt. Statt seine Maßnahmen zu erklären oder einen versöhnlichen Ton anzuschlagen, verbrachte er seinen Freitag mit einer Golfpartie im sonnigen Florida. "Meine Politik wird sich nie ändern. Es ist die perfekte Zeit, um reich zu werden – reicher als je zuvor!", schrieb er kurz vor seiner Ankunft auf dem Golfplatz.
Das Verhalten des US-Präsidenten und die befürchteten, weiteren Folgen der Entscheidungen stoßen auf Kritik und Wut, sowohl in den USA als auch international.
Nichtsdestotrotz greift seit Samstag zunächst der Mindestsatz der angekündigten Zölle von zehn Prozent auf die meisten Einfuhren in die USA. Ausgenommen sind ausschließlich strategisch wichtige Waren wie Arzneimittel, Halbleiter und Holz.
Trump verärgert mit seiner Zollpolitik jahrzehntelange Handelspartner:innen und politische Freund:innen der USA. In den USA gibt es kaum ein anderes Thema mehr. Denn Kritiker:innen glauben, dass die Zölle vor allem den Vereinigten Staaten selbst schaden.
Nun hat sich auch die "Daily Show" diesem Thema gewidmet. Ganze zehn Minuten lang nahm Moderator Michael Kosta den US-Präsidenten und seine Zollpolitik auseinander – mit viel Spott. Dabei wird deutlich: Hinter der satirischen Oberfläche steckt ein ernstes Problem.
In der Show wurde ein Zusammenschnitt verschiedener Nachrichtensender gezeigt, die über Kursverluste an den Börsen berichteten – ausgelöst durch die neuen Handelsbarrieren. Tatsächlich reißen Negativ-Schlagzeilen über die US-Finanzmärkte nicht ab.
Moderator Kosta kommentierte in der Show trocken: "Man könnte sagen, es ist nicht ideal, dass meine 78-jährige Mutter gerade ihren Lebenslauf überarbeitet. Aber für Donald Trump ist das alles den Preis wert. Denn seiner Meinung nach korrigiert er damit eine große Ungerechtigkeit."
Damit bezieht er sich auf Trumps Behauptung, dass seine Zölle lediglich eine Reaktion auf die ungerechte Behandlung der USA im Welthandel seien – eine "reziproke Maßnahme".
Trump zeigt in einem eingeblendeten Clip eine Tafel als Beweis für seine Aussagen. Doch der Moderator macht klar: "Das ist einfach nicht wahr." Diese Zahlen zeigen nicht die Zölle, sondern dass wir mehr von ihnen kaufen als sie von uns. Das heißt, wir bestrafen andere Länder dafür, dass sie uns Dinge verkaufen, die wir haben wollen", sagt er in humoristischem, scharfem Ton.
Anschließend legte er gegen die Trump-Regierung in Person von Handelsminister Howard Lutnick nach, der sich jüngst beschwerte, dass Europäer:innen den USA kein Hähnchenfleisch abkaufen und Asiat:innen keinen Reis. "Wissen Sie", sagte der Moderator grinsend, "ich glaube nicht, dass es an Zöllen liegt, dass wir keinen Reis nach Asien verkaufen können. Ich glaube eher, es liegt daran, dass man den Reis dort schon vor 10.000 Jahren entdeckt hat."
Der Moderator der "Daily Show" machte sich zudem über die Trump-Regierung lustig, weil sie sogar auf unbewohnte Gebiete wie Heard Island und die McDonald Island Zölle erhoben hatte. "Ja, wir haben einen zehnprozentigen Zoll auf eine Insel erhoben, auf der es nur Pinguine gibt. Trump hätte besser die Insel mit Zöllen belegt, auf der Tom Hanks [in "Cast Away"] gestrandet ist", bemerkte Kosta.