Donald Trump ist für viele Fähigkeiten bekannt: Er ist ein Populist, ein Faktenverdreher und Lügner, ein Hetzer, ein Entertainer und Dealmaker. Allen voran hat ihm eine Eigenschaft besonders geholfen, die Republikaner quasi in eine Trump-Partei zu verwandeln: Trump ist ein Machtstratege.
Er hat derart viele Personen in der Partei auf seine Seite gezogen, Posten mit Anhänger:innen besetzt und Konkurrent:innen aus dem Rampenlicht gedrängt, dass es kaum noch Stimmen gegen ihn gibt. Entweder man ist für Donald Trump – oder sieht als Konservativer in den USA kein Land mehr.
Umso bemerkenswerter ist es, wenn es dann doch noch Kritik aus der konservativen oder rechten Ecke gegen Trump gibt.
Eine von Trumps radikalsten Maßnahmen hat er bisher in der Migrationspolitik umgesetzt, Menschenrechte sind an vielen Stellen zweitrangig. Unter anderem hat Trump ein Abkommen mit El Salvador geschlossen, um mutmaßlich kriminelle Venezolaner in den USA in ein berüchtigtes Gefängnis in dem mittelamerikanischen Staat abzuschieben.
Es gab bereits mehrere Flüge mit Venezolanern, die auf diese Weise aus den USA abgeschoben wurden – einmal sogar gegen einen Richterspruch, was die Trump-Regierung hinterher als Fehler bezeichnete.
Gegen diese neue und brutale Abschiebepraxis hat sich jetzt ausgerechnet der Trump-Verbündete Joe Rogan ausgesprochen. Der erfolgreiche Podcaster hat laut dem "Guardian" vor allem die Abschiebung des Venezolaners Andry José Hernández Romero, der als Makeup-Artist und Friseur arbeitet, scharf kritisiert.
Rogan nannte es "entsetzlich", dass "Menschen, die keine Kriminellen sind" gefangen und abgeschoben würden. Wie auch in anderen Fällen ist es bei Hernández Romero umstritten, ob er kriminell ist.
Hernández Romero wird vorgeworfen, dass er Mitglied der kriminellen Gang Tren de Aragua ist, weil er Kronen auf seinem Handgelenk tätowiert hat. Der Angeklagte wiederum sieht sich als Opfer falscher Vorwürfe und will kein Gangmitglied sein.
"Es ist verrückt, dass so etwas möglich ist", befand Rogan in seinem Podcast. Es sei auch "schlecht für die Sache. Die Sache ist, dass wir die Bandenmitglieder rausholen müssen – da sind sich alle einig – aber wir sollten nicht zulassen, dass unschuldige schwule Friseure mit den Banden in einen Topf geworfen werden."
Zuvor hatte Rogan Trump eigentlich unterstützt. Trumps Auftritt im Podcast "The Joe Rogan Experience" vor der US-Wahl galt als großer Erfolg für den Republikaner.
Kurz vor der Wahl rief Rogan dann auch noch explizit zur Wahl Trumps auf.