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Zweiter Skripal-Attentäter ist angeblich ein russischer Militärarzt

09.10.2018, 05:46

Eine Gruppe von Investigativ-Journalisten hat nach eigenen Angaben die wahre Identität auch des zweiten mutmaßlichen Skripal-Attentäters enthüllt. Das teilte die Recherche-Webseite "Bellingcat" am Montag mit.

  • Die britischen Ermittler werfen dem Duo vor, unter ihren Decknamen nach Salisbury gereist zu sein und den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben.
  • Die beiden hatten im russischen Fernsehen erzählt, sie seien als Touristen nach Großbritannien gereist.
  • Einen der mutmaßlichen Gift-Attentäter hatte Bellingcat Ende September als einen hochdekorierten russischen Offizier namens Anatoli Tschepiga identifiziert.
Verdächtiger Alexander Mischkin: Der russische Militärarzt soll unter einer falschen Identität nach Salisbury in England gereist sein.
Verdächtiger Alexander Mischkin: Der russische Militärarzt soll unter einer falschen Identität nach Salisbury in England gereist sein.Bild: Bellingcat

Laut des neuen Berichts soll es sich bei dem Verdächtigen, der unter dem Namen Alexander Petrow nach Großbritannien eingereist war, in Wahrheit um Alexander Jewgeniwitsch Mischkin handeln, einen Militärarzt des russischen Geheimdiensts GRU. Ausgewertet haben die Journalisten unter anderem Angaben von Bekannten des Verdächtigen sowie verschiedene Ausweisdokumente.

Aufnahme aus Salisbury vom 3. März: Auch mittels Überwachungskameras konnten die britischen Ermittler den Weg der mutmaßlichen russischen Agenten minutiös nachzeichnen.
Aufnahme aus Salisbury vom 3. März: Auch mittels Überwachungskameras konnten die britischen Ermittler den Weg der mutmaßlichen russischen Agenten minutiös nachzeichnen.Bild: Metroplitan Police handout/Reuters

Dem Bericht zufolge wurde Mischkin auf einer Elite-Militärakademie zum Arzt ausgebildet. Während des Studiums sei er vom Geheimdienst angeworben worden. 2010 sei er unter dem Decknamen Alexander Petrow nach Moskau gezogen.

Vater und Tochter Skripal waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod. London macht den Kreml für das Attentat verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

(aj/dpa/afp)

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