Ein israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen.
Ein israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen.Bild: AP

Schwerste Gewalt-Eskalation seit 2014 – Israelis und Palästinenser beschießen sich 

30.05.2018, 07:1830.05.2018, 08:40

Es ist die schwerste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze seit dem Krieg 2014: Mehr als 70 Mörsergranaten und Raketen sind seit Dienstag aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, wie die israelische Armee mitteilte. Im Gegenzug griff die Luftwaffe dutzende Ziele der radikalen Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas an. Zunächst meldete keine der Seiten Verletzte. 

  • Die USA forderten angesichts der auch von EU und UN verurteilten palästinensischen Angriffe eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.
  • Ein Sprecher der militanten Gruppe Islamischer Dschihad verkündete am Dienstagabend die Einigung auf eine Waffenruhe unter Vermittlung Ägyptens, wie es sie nach dem Gaza-Krieg 2014 gegeben habe.
  • Man werde sich an die Kampfpause halten, solange Israel dies auch tue, hieß es. Seitens der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas, die sich gemeinsam mit dem Islamischen Dschihad zu den Angriffen auf Israel bekannt hatte, war zunächst keine Rede von einer Waffenruhe. Israel dementierte laut Medienberichten, dass eine Waffenruhe vereinbart worden sei.
  • Außerdem meldete das Militär auch in der Nacht zum Mittwoch neue Raketenstarts aus dem Gazastreifen.

Israel kündigte eine harte militärische Reaktion an

Die Luftwaffe griff am späten Abend weitere Ziele im Gazastreifen an. Dabei kamen sowohl Kampfflugzeuge als auch Hubschrauber zum Einsatz. Nach Angaben der Armee wurden unter anderem militärische Ziele der Hamas attackiert und ein Angriffstunnel nahe dem Warenübergangspunkt Kerem Schalom an der Grenze zu Ägypten zerstört. Zudem fing die israelische Marine ein Boot mit 17 palästinensischen Aktivisten ab, das als Protestaktion die seit Jahren geltende Seeblockade des Küstengebiets zu durchbrechen versuchte.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte schon am Dienstagvormittag eine harte militärische Reaktion auf den Beschuss aus dem Gazastreifen an und berief nach Medienberichten eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsstabs ein. Nach Angaben der Armee konnte das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) im Laufe des Tages etwa 25 der Geschosse aus dem Gazastreifen abfangen. Allerdings sei eine Mörsergranate im Hof eines Kindergartens im Süden Israels eingeschlagen.

(pb/dpa)

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