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"Markus Lanz": Gast wettert gegen CDU-Chef Merz – ZDF-Moderator sprachlos

Markus Lanz
Es ist nicht einfach, ZDF-Moderator Markus Lanz fassungslos zu machen. Doch ein Gast schafft es in seiner Sendung.bild / ZDF/Juliane Werner
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Gast wettert gegen Merz und macht Lanz sprachlos: "Sie sagen das hier im Fernsehen?"

01.12.2023, 10:00
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Deutschland bewegt momentan viel: der chaotische Haushalt der Ampel-Regierung, drohende Terrorgefahr durch den Nahostkrieg, die Asylpolitik und steigenden Energiepreise. Themen, die auch ZDF Moderator Markus Lanz und seine Gäst:innen in seiner Sendung diskutierten.

Lanz sprach dabei den politischen Kurswechsel, etwa in den Niederlanden, an. Dort gewann Ende November Rechtspopulist Geert Wilders die Wahlen. Die frühere Regierung sei an der Asylproblematik gescheitert. Lanz fragte, ob Deutschland ein ähnliches Schicksal droht?

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Unter seinen Gäst:innen war am Donnerstagabend Grünen-Politiker Jürgen Trittin. Er habe durchaus Angst davor, dass das passiert, was in den Niederlanden passiert ist, sagte dieser. Probleme – etwa von zu hohen Hauspreisen, ungenügenden Renten – wurden ihm zufolge auf die Asylfrage projiziert. Das führte zur Wahl von Wilders.

"Auf dem Weg sind wir in Deutschland leider auch – und dazu hat Herr Merz sehr viel beigetragen", warf Trittin dem abwesenden Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) vor.

Grünen-Politiker Trittin wirft Merz "trumpistischen" Kurs vor

Die Gesprächspartner entgegneten Trittin dann, dass Merz gern als "Ablenkung" der Grünen diene. "Wenn es beim Parteitag der Grünen in Karlsruhe brenzlig wurde, dann wurde... Nein, nicht Pizza bestellt", sagte Moderator Markus Lanz.

"Dann wurde Herr Merz zitiert", beendete die Journalistin Eva Quadbeck den Satz, "man hatte sich daran gewärmt wie an einem Lagerfeuer, dass Herr Merz wirklich ein übler Bursche ist".

Friedrich Merz lade nun einmal dazu ein, konterte Trittin und führte weiter aus: "Herr Merz hat gegen den Willen vieler Bundestagsmitglieder die CDU auf einen trumpistischen Kurs gebracht", behauptete Trittin.

"Auf einen was?", fragte Moderator Lanz beinahe fassungslos. Dass der Oppositionsführer der "deutsche Trump" wäre, so weit wollte Trittin zwar nicht gehen. Seine Grundlinie sei allerdings trumpistisch, "das habe ich schon auf dem Parteitag gesagt", sagte der Politiker mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Lanz hakte aber erneut nach, ob Trittin das gerade wirklich gesagt habe: "Aber nochmals, Sie sagen das hier im Fernsehen?" Ja, sagte Trittin, ohne lange nachzudenken. "Trumpistisch" bedeute für ihn: Merz mache "Opposition um jeden Preis, egal, was dabei rauskommt".

Journalistin Quadbeck sah das nicht so, musste aber zugeben, "dass Merz immer wieder so die Nerven durchgehen und er dann Dinge raushaut, wo man schon auch sagen kann, da weht ein Hauch von Tea-Party durch diese Fraktion".

CDU-Chef Merz sorgt mit seinen Aussagen immer wieder für Aufsehen. Etwa nannte er die Söhne von Migrant:innen "kleine Paschas" oder beschuldigte ukrainische Geflüchtete des "Sozialtourismus", die nur nach Deutschland kommen, um Sozialleistung zu erhalten. Über abgelehnte Asylbewerber:innen sagte Merz: "Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine". In diesem wie auch in den anderen Fällen hagelte es in der Folge heftige Kritik.

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