RWE-Securities prügeln im Hambacher Forst – Polizei ermittelt

06.10.2018, 14:18

Sicherheitsleute im Auftrag des Energiekonzerns RWE haben im Hambacher Forst auf Aktivisten eingeprügelt. Das zeigt eine Videoaufnahme aus dem Wald. Das Video wurde offenbar am Freitagvormittag aufgenommen.

  • RWE hat der Illustrierten "Stern" inzwischen bestätigt, dass es sich bei den gefilmten Männern um Mitarbeiter einer vom Konzern beauftragten Sicherheitsfirma handelt.
  • Auch die Polizei Aachen ermittelt und hat ein Strafverfahren eingeleitet. Es seien bereits erste Personalien festgestellt worden, teilte die Behörde am Freitag mit.

Das ist passiert:

In dem Video, das unter anderem vom Twitter-Nutzer "form prim" veröffentlicht wurde, ist zunächst zu sehen, wie eine Gruppe Aktivisten mit den Sicherheitsleuten diskutiert. Dabei scheint es um eine Schaufel zu gehen, die die Sicherheitsleute den Aktivisten weggenommen haben sollen.

In dem entstehenden Handgemenge fallen mehrere Personen auf dem Boden, darunter offenbar sowohl Aktivisten, als auch Sicherheitsleute. Vor allem ein Sicherheitsdienst-Mitarbeiter fällt anschließend auf: Der Mann im grauen Pullover schlägt einem Aktivisten mit der Faust ins Gesicht, geht danach auf den Aktivisten zu, der die Szenen filmt. 

Ihm ruft er zu:

"Ey ihr kleinen Pisser, was? Ich ficke deine Kamera!"

Dem "Stern" sagte der Energiekonzern RWE, dass die Hintergründe und der Ablauf der Auseinandersetzung zwar noch geklärt werden müssten, man werde jedoch "die involvierten Sicherheitsmitarbeiter bis zur Aufklärung des Sachverhalts nicht im Hambacher Forst einsetzen".

Die Räumung des Hambacher Forsts in Bildern:

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Die Räumung des Hambacher Forsts
quelle: michael trammer/imago stock&people / michael trammer/imago stock&people
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Nicht die ersten Gewaltvorwürfe gegen RWE-Securities

Bereits 2015 wurde Kritik am Vorgehen eines Sicherheitsunternehmens laut, dass im Auftrag von RWE den Braunkohletagebau Garzweiler bewachen sollte. Aktivisten hatten zu einer Besetzung des Tagebaus aufgerufen. Sowohl Polizei, als auch der private Sicherheitsdienst gingen rabiat gegen die Aktivisten vor – und mitunter auch gegen berichtende Journalisten.

In einem Interview mit dem WDR sagte ein Mitarbeiter des eingesetzten Sicherheitsunternehmens damals: "Die gewalt ging eindeutig von uns aus." 

(fh)

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