Belästigung auf der Straße? Dafür gibt es in Frankreich nun Sofortstrafen

02.08.2018, 07:50

Sexistische Belästigung und Sex mit Minderjährigen wird in Frankreich künftig härter bestraft. Nach dem Senat stimmte am Mittwochabend auch die Nationalversammlung – ohne Gegenstimme – für eine entsprechende Gesetzesverschärfung.

Wer andere auf der Straße belästigt, kann danach mit einem sofortigen Bußgeld von mindestens 90 Euro belegt werden. Zuletzt wurde in Frankreich verstärkt über derartige Übergriffe debattiert, nachdem eine Studentin von einem Passanten geohrfeigt worden war und ein Video davon die Runde machte.

Die 22-Jährige berichtete, dass sie auf die "anzüglichen Bemerkungen" des Mannes mit den Worten "Ta gueule!" (etwa: "Halt's Maul!") reagiert habe. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie der Mann sie daraufhin verfolgt und dann vor einem Lokal heftig ohrfeigt.

Die Gesetzesverschärfung wurde allerdings schon vor diesem Vorfall auf den Weg gebracht. Zu dem neuen Regelwerk gehört auch, dass Sex mit Minderjährigen künftig in mehr Fällen als Vergewaltigung statt sexueller Missbrauch eingestuft und damit auch härter geahndet werden kann. Kritiker bemängeln jedoch, dass auch unter dem neuen Gesetz Sex mit Kindern unter 15 Jahren nicht automatisch als Vergewaltigung gilt, sondern weiterhin Ausnahmen möglich sind.

(sg/dpa)

#MeTwo zeigt den Alltagsrassismus in Deutschland:

Video: watson/Lia Haubner
Griechische Polizei spannt laut Medienberichten Geflüchtete für Pushbacks ein

Die griechische Polizei setzt laut gemeinsamen Recherchen mehrerer Medien an der EU-Außengrenze Flüchtlinge für widerrechtliche Zurückweisungen von Asylsuchenden, sogenannte Pushbacks ein. Mehrere Flüchtlinge seien zu gewaltsamen Zurückweisungen von Menschen in die Türkei gedrängt worden, berichtete unter anderem der "Spiegel" am Dienstag unter Berufung auf gemeinsame Recherchen von ARD, "Lighthouse Reports", "Le Monde" und dem "Guardian". Im Gegenzug seien ihnen Aufenthaltspapiere versprochen worden.

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