Philippinischer Präsident Duterte erzwingt Kuss – vor laufender Kamera

04.06.2018, 11:1304.06.2018, 11:32

Mit einem erzwungenen Kuss auf offener Bühne hat sich der philippinische Präsident Rodrigo Duterte viel Kritik eingehandelt. Der 73-Jährige holte bei einem Auftritt am Rande eines Staatsbesuchs in Südkorea zwei Frauen auf die Bühne, um ihnen ein Buch zu überreichen - zur Bedingung dafür machte er einen Kuss.

"Der Preis ist ein Kuss. Bist Du zu einem Kuss bereit?"

Eine der beiden Frauen gab ihm einen Wangenkuss. Die andere küsste den Präsidenten – nach einigem Zögern – kurz auf den Mund.

Auf einem Mitschnitt der Szene von Sonntag ist zu hören, wie Duterte eine der Frauen vor dem Kuss fragt:

"Bist Du Single? Du bist nicht getrennt? Aber kannst Du ihm sagen, dass dies nur ein Witz ist?"

Im Saal, wo größtenteils Angehörige der phillipinischen Gemeinde in Seoul versammelt waren, erntete er mit dem Auftritt viel Gelächter und Beifall. Zuhause gab es jedoch viel Kritik: Von Internet-Nutzern wird die Szene als "ekelhaftes Macho-Gehabe" und als "erbärmlich" beschrieben.

Der philippinische Oppositionspolitiker Gary Alejano erklärte: "Einen echten Mann erkennt man nicht daran, wie er Frauen missbraucht, sondern wie er sie in ihren Rechten und als Person respektiert." Eine der Frauen - eine Südkoreanerin, die zwei Kinder hat - sagte, sie habe nichts Schlimmes an dem Kuss gefunden.

"Das war, um das Publikum zu amüsieren." Duterte ist international vor allem wegen seines harten Vorgehens gegen echte und vermeintliche Drogenkriminelle bekannt.

(mbi/dpa)

Warum immer noch russisches Gas durch die Ukraine fließt – aber jetzt Eskalation droht
Die Nord-Stream-Röhren sind nach den Sabotageakten unbenutzbar. Ausgerechnet durch die Ukraine aber fließt weiterhin russisches Gas nach Westen. Nun aber droht eine Eskalation.

In jedem Krieg gibt es Entwicklungen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Es kann vorkommen, dass zwei Parteien, die sich auf dem Schlachtfeld bekämpfen, weiterhin miteinander im Geschäft sind. Im Fall des Ukraine-Kriegs betrifft dies die Lieferung von Erdgas aus Russland via die Transgas-Pipeline durch das angegriffene Land, die Ukraine.

Zur Story