François Delattre
François Delattre
Bild: AP

USA, Frankreich und England legen 6 eigene Punkte für Syrien vor

15.04.2018, 08:3015.04.2018, 08:32

Nach ihrer Militäroperation in Syrien planen die USA, Großbritannien und Frankreich einen neuen diplomatischen Vorstoß im UN-Sicherheitsrat.

Der französische UN-Botschafter François Delattre sagte am Samstag in New York:

Paris, Washington und London würden bald einen neuen Resolutionsentwurf vorlegen, der eine nachhaltige Lösung im Syrien-Konflikt bringen solle.

In der Vorlage, die am Abend der Nachrichtenagentur AP vorlag, wird jeglicher Einsatz von Chemiewaffen verurteilt, vor allem der mutmaßliche Giftgasangriff am 7. April in Duma.

Sie passt in den strategischen Plan, der vermutlich den Syrien-Angriffen zu Grunde lag:

Außerdem im Entwurf der drei Westmächte:

  • Sie verlangen Antworten von Präsident Baschar al-Assad zu Lücken in den Angaben zu syrischen Chemiewaffen gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW).
  • Sie werben für ein neues Gremium, das die Urheberschaft von Chemiewaffenangriffen feststellen soll
  • Sie fordern eine Feuerpause
  • Sie fordern ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe in Syrien
  • Rasche Wiederaufnahme von Verhandlungen über eine politische Lösung

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja signalisierte Ablehnung.

Die aktuelle Atmosphäre sei

"jedweder Annäherung nicht gerade zuträglich".

Zunächst müsse die "politische und gefährliche militärische Situation" geklärt werden, "in der wir gerade stecken".

Damit nahm Nebensja Bezug auf die jüngsten Luftangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Ziele in Syrien. Die Aktion war eine Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz vergangene Woche in Duma, für den die Westmächte die Assad-Regierung verantwortlich machen.

Wir haben die aktuellen Entwicklungen in Syrien für euch zusammengefasst:

Russland hatte erst am Samstag eine Resolution vorgelegt, in der die Militäroperation als "Aggression" verurteilt und ein Stopp solcher Aktionen gefordert wurde. Die Vorlage scheiterte jedoch im UN-Sicherheitsrat.

(mbi/ap)

Interview

"Wir werden eure Stimmen sein": Evakuierte Zarifa Ghafari will von Deutschland aus für Afghanistan kämpfen

Zarifa Ghafari weiß genau, wie gefährlich die Taliban sind. Die Afghanin, die noch bis vor kurzem Bürgermeisterin der afghanischen Provinzhauptstadt Maidan Shar war, überlebte drei Mordanschläge, ihr Vater wurde erst vergangenes Jahr getötet. Dennoch will die Politikerin und Frauenrechtlerin nun mit ihnen verhandeln, um eine Lösung für die Bevölkerung zu erörtern.

Der 29-Jährigen selbst gelang die Flucht aus Afghanistan noch vergangene Woche. Am Boden eines Autos zusammengekauert, passierte sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel