Internationale Ermittler machen Russland für Absturz der MH17 verantwortlich

24.05.2018, 11:3724.05.2018, 13:41

Eine internationale Untersuchungskommission zum Absturz der Verkehrsmaschine MH17 über der Ukraine haben am Mittwoch das russische Militär für den Abschuss der Maschine verantwortlich gemacht.

"Die eingesetzte BUK-Boden-Luft-Rakete stammt aus dem Besitz der 53. Flugabwehrbrigade der russischen Armee", sagte Chefermittler Fred Westerbeke vom Joint Investigation Team (JIT) am Mittwoch in Den Haag.

Westerbeke sprach am Mittwoch von "mehreren Dutzenden konkret Verdächtigen". Er stellte auch klar, dass die niederländische Regierung einen Prozess gegen die Verantwortlichen vor einem niederländischen Gericht anstrebt. "So schnell wie möglich." 

Westerbeke wandte sich auf der Pressekonferenz direkt an ehemalige Militärs oder Familienangehörige der 53. Brigade: Wenn diese über weitere Informationen verfügten, sollten sie sich bei den niederländischen Behörden in Verbindung setzen. 

Der Absturz der MH17 in der Ostukraine
Flug MH17 der Lufttfahrgesellschaft Malaysia Airlines war unterwegs von Amsterdam nach Malaysia. Beim Abschuss der Maschine über der Ost-Ukraine kamen am 7. Juli 2014 298 Menschen ums Leben. Die Ergebnisse einer früheren niederländischen Ermittlungskommission hatten schon 2015 nach Russland gewiesen. "Flug MH17 wurde in der Luft links oberhalb des Cockpits von einer Buk-Boden-Luft-Rakete getroffen", hatten die Ermittler damals mitgeteilt.

Am Mittwoch hatten die internationale Expertengruppe neue Belege vorgestellt. So hatten die Ermittler an Leichen, Flieger und Wrackteilen der Rakete "eindeutige Spuren" gefunden, die nach Russland zeigen. 

So fanden sich am Raketenschild die Typenbezeichnung -         9D1318869032. 

  • Dabei steht die 9D131 für den Motorentyp des Raketenantriebs.
  • Die 8 für den Hersteller, einer Fabrik in Moskau.
  • Und die 86 für das Produktionsjahr 1986.
  • Dabei stehen die letzten drei Ziffern für die individuelle Kennung des Raketenmotors

Nach allgemeinen Informationen gehen die niederländischen Behörden davon aus, dass der Verkehrsflieger von einem russischen Raketenabwehrsystem abgeschossen worden war.

Das Radarsystem der Anlage sei demnach nicht vollständig installiert gewesen, eine Unterscheidung von Flugzeugen in der Luft in militärische und zivile Flieger war daher nicht möglich. Russische Stellen hatten nach dem Abschuss behauptet, ein ukrainisches Militärflugzeug habe sich parallel zum zivilen Flieger MH17 am Himmel bewegt. 

Westerbeke  gestand, dass die Ermittler über weitere Informationen zu den Verdächtigen verfügen. "Aber, wenn wir das jetzt schon sagen, kann es der strafrechtlichen Untersuchung schaden. Aber vor Gericht wird das zur Sprache kommen."

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